Umbau des Olympiastadions in Fußball-Arena: DLV-Kritik an Berlin
Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat die Pläne des Landes Berlin und von Hertha BSC kritisiert, das Berliner Olympiastadion in eine reine Fußball-Arena umzubauen. Damit würde sich «Berlin und damit wohl auch Deutschland endgültig von Olympischen Spielen und Leichtathletik-Weltmeisterschaften verabschieden», sagte DLV-Präsident Clemens Prokop am Sonntag der «Süddeutschen Zeitung».Das Berliner Olympiastadion ist derzeit die einzige Arena in Deutschland, die vom Weltverband eine sogenannte Class-1-Zertifizierung bekommen hat, die Voraussetzung für die Bewerbung um einen Leichtathletik-WM ist. Zahlreiche andere WM-taugliche Stadien sind in Deutschland zuletzt in reine Fußballarenen umgewandelt worden, so das Stuttgarter Stadion, in dem 1993 die Leichtathletik-WM stattfand. Berlin war 2009 WM-Schauplatz und ist 2018 Austragungsort der Leichtathletik-EM. Hertha hatte Ende März angekündigt, von 2025 in einer eigenen Fußball-Arena spielen zu wollen. Als mögliche Standorte eines 55 000 Zuschauer fassenden Stadions wurden vom Club der Berliner Olympia-Park und der Brandenburg-Park in Ludwigsfelde favorisiert. Ein Umbau des Olympiastadions galt bis zuletzt als ausgeschlossen. Am Freitag teilten Hertha BSC und der Berliner Senat aber mit, dass eine Rekonstruktion des Stadions «tatsächlich möglich» sei. «Dahinter müsste man schon ein Fragezeichen setzen», sagte Prokop. «Wir wurden in keiner Weise einbezogen, das hätte ich mir schon gewünscht, da es uns unmittelbar betrifft.» Das Olympiastadion sei auch ein «internationales Symbol» für Sportevents. «Die Gefahr ist groß, dass Berlin sich von der internationalen Bühne verabschiedet», sagte Prokop.