Adenauerplatz Heidelberg: Atemberaubende Architektur statt verwaiste Verkehrsinsel

Von Philipp Neumayr

Der Adenauerplatz als architektonisches Prunkstück und neues Herz der Stadt? Was nach Utopie und Wunschtraum klingt, könnte schon bald Realität werden. Denn eine neue Ausstellung in der Unterführung der Verkehrsinsel am östlichen Ende der Kurfürstenanlage zeigt seit Freitag, wie das neue "Forum Adenauerplatz" künftig aussehen könnte.

Bei der Vernissage stellten Michael Braum von der Internationalen Bauausstellung (IBA) Heidelberg, Jakob Köllhofer, Chef des Deutsch-Amerikanischen Instituts (DAI) und Jan van der Velden-Volkmann, Leiter des Büros SSV Architekten, ihre Vision vor. Und sie haben alle mehr oder weniger dieselbe Botschaft: Dem Adenauerplatz muss endlich neues Leben eingehaucht werden. Zu diesem Zweck soll an der westlichen Spitze des Platzes ein architektonisches Wahrzeichen entstehen: eine Art Pavillon aus Holz und Glas, der in seiner Form an die Gestalt eines Vogelnestes erinnert.

"Das wird ein riesiges Kunstwerk, ein interaktiver Raum gepaart mit luftiger Architektur", verspricht Köllhofer, der sich bereits seit mehreren Jahren eine Umgestaltung der Verkehrsinsel wünscht. Denn schließlich geht es dabei auch um eine effizientere Nutzung seines Hauses in unmittelbarer Nähe. Mit einer direkten Verbindung zum "Forum Adenauerplatz" könnte das DAI künftig auch auf der Südseite des Gebäudes einen Zugang haben - und gewönne gleichzeitig mehr Platz für kulturelle und künstlerische Veranstaltungen.

Aber nicht allein das DAI, sondern alle Heidelberger sollen am Ende vom neuen Forum profitieren. So erklärt Architekt Jan van der Velden-Volkmann: "Wir wollen einen Ort schaffen, der allen Bürgern als Treffpunkt und Kommunikationsplattform offen steht." Eine Idee, für die sich auch Oberbürgermeister Eckart Würzner stark macht: "Es geht darum, städtische Orte wie diesen immer wieder neu zu denken und weiterzuentwickeln."

Die Idee der Kombination aus öffentlichem Raum und spektakulärer Architektur findet unter den Besuchern Anklang. Student Felix Rümmelin etwa meint: "Ich finde es gut, wenn der Platz ein wenig aufgepeppt wird und hier ein schöneres Ambiente entsteht. In seinem jetzigen Zustand ist er als Treffpunkt jedenfalls nicht sehr einladend." Andreas Gottschalk hingegen glaubt nur an eine gelungene Umgestaltung des Adenauerplatzes, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden: "Wichtig ist, dass die Heidelberger in die Planungen einbezogen werden - und die Bäume wie Grünflächen erhalten bleiben." Anja Gernand vom Bezirksbeirat Weststadt erhofft sich indes, "dass der Platz und seine Potenziale wieder mehr wahrgenommen werden".

Geht es nach IBA-Direktor Braum und DAI-Chef Köllhofer, dann blitzen jene Potenziale des Adenauerplatzes schon bald in aller Regelmäßigkeit auf. "Ich wünsche mir, dass das Gebäude zur Zwischenpräsentation der IBA im Jahr 2018 steht", so Braum. Zunächst fehlt es dafür aber noch an einer Baugenehmigung, einem Beschluss des Gemeinderates sowie investitionsfreudigen Sponsoren. Denn das 3,5 bis vier Millionen teure Vorhaben soll wenn möglich ausschließlich über Spenden finanziert werden.

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