Völkerkundemuseum Heidelberg: Der Zuschuss wird erhöht
ani. Der städtische Zuschuss für das Völkerkundemuseum wird erhöht. Das beschloss der Gemeinderat endgültig in seiner Sitzung am Donnerstag. Damit bekommt das Völkerkundemuseum im denkmalgeschützten Palais Weimar in diesem Jahr insgesamt 43.820 Euro von der Stadt. Alleiniger Träger des Museums bleibt die Portheim-Stiftung. Der städtische Zuschuss stagnierte seit Jahren bei 7320 Euro. Im Rahmen der Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 2017/2018 beantragte Museumsleiterin Margareta Pavaloi im vergangenen Jahr, den Zuschuss auf insgesamt 372.000 jährlich zu erhöhen. Dem kamen die Stadträte nicht nach.
Bunte-Linke-Stadträtin Hilde Stolz machte am Donnerstag noch einmal darauf aufmerksam, dass "mit den jetzt zur Verfügung gestellten Mitteln nur ein Notbetrieb möglich ist". Die Ausarbeitung einer neuen Konzeptionierung sei damit nicht möglich. Die Gemeinderäte und vor allem auch Kulturbürgermeister Joachim Gerner fordern schon seit Langem, dass die Museumsleiterin ein neues Konzept für das Museum vorlegen soll. Diese verweist aber immer wieder auf die knappen finanziellen Mittel und die wenigen Stellen im Museum, die man damit bezahlen könne. Ein Gutachten von Prof. Klaus Schneider, Direktor des "Rautenstrauch-Joest-Museums - Kulturen der Welt", im Auftrag der Kulturstiftung der Länder hatte kürzlich die enorme Bedeutung des Museums und vor allem dessen Sammlung gewürdigt. Allerdings war auch darin zu lesen, dass für vieles schlicht die Mittel fehlten. Auch von einer "fast schon peinlich wirkenden Zuschusspolitik der Stadt" war dabei die Rede. "Diesen Punkt sollten wir nicht auf uns beruhen lassen", meinte Stolz. Und: "Ich sehe auch das Land in der Pflicht."