Lkw- und Bus-Turnier: In Eppelheim tummelten sich die Weltmeister

Von Sabine Geschwill

Eppelheim. Die weiteste Anreise hatten die Teilnehmer aus Hamburg, Norderstedt und Sankt Peter-Ording. Sogar ein französisches Team aus Straßburg hatte das Lkw- und Bus-Geschicklichkeitsturnier des ADAC in Eppelheim zum Ziel, das am Wochenende als Qualifikationsturnier zur Deutschen Meisterschaft zum 24. Mal federführend vom örtlichen Motorsport-Club (MSC) veranstaltet wurde. Turnierleiter Karlheinz Perschewski begrüßte die angereisten Teams und Einzelstarter persönlich.

Für Eppelheims neu gewählte Bürgermeisterin Patricia Popp war der Besuch des Lkw-Turniers eine Premiere. Sie wurde sofort eingeladen, als Beifahrerin mit Teamweltmeister Karlheinz Perschewski im Omnibus eine Runde zu drehen. Sportleiterin Cornelia Sauer zeigte ihr als amtierende Deutsche Meisterin, wie man einen Sprinter geschickt durch den Aufgabenparcours lenkt.

Auf dem großen Parkplatz an der Rhein-Neckar-Halle standen die verschiedenen Fahrzeuge bereit. Gestartet werden konnte mit entsprechendem Führerschein in den Fahrzeugkategorien Solo-Lkw 18 Tonnen, Omnibus, Sattelzug, Solo-Lkw bis 7,5 Tonnen und Sprinter bis 3,5 Tonnen. Als besondere Herausforderung hatte Organisationsleiter Perschewski einen 18 Meter langen Gliederzug einer Fahrschule im Angebot.

"Ein Gliederzug ist super selten bei Turnieren und meist nur bei den Deutschen Meisterschaften im Angebot. Viele Teilnehmer kommen extra deshalb nach Eppelheim", berichtete Sportleiterin Cornelia Sauer. Die Teilnehmer brauchten für den Parcours Geschick, Augenmaß und ein gutes Nervenkostüm. Die gestellten Aufgaben waren den Herausforderungen des Straßenverkehrs nachempfunden. Vor zwei Jahren wurde die Turnierstrecke überarbeitet und neu konzipiert. Das war ein weiterer Anreiz für die 70 Fahrer, die sich am Wochenende bei Robert Waldecker anmeldeten und über 200 Starts absolvierten.

Der MSC stellte die Schiedsrichter, die jeden Start bis zur Ziellinie mit scharfem Blick begleiteten. Zahlreiche Helfer des Vereins und der Freiwilligen Feuerwehr waren zusätzlich für einen reibungslosen Ablauf des Turniers im Parcours und im Küchenzelt im Einsatz. Wer auf dem Fahrersitz eines Fahrzeugs Platz nahm, der gab sein Bestmögliches, um die Aufgaben möglichst fehlerfrei zu bewältigen. Exaktes Abschätzen der Breite und Höhe des Fahrzeugs waren notwendig, um beispielsweise die geforderte Höhendurchfahrt oder das fehlerfreie Manövrieren durch das "Tonnenhindernis" meistern zu können. Es musste eine Spurgasse gehalten und ein Radhindernis mit ausreichend Sicherheitsabstand bewältigt werden. Gefordert wurden auch punktgenaues Anhalten und exaktes Einparken im Rückwärtsgang.

Stephan Stiebeling aus dem Wetteraukreis wurde im letzten Jahr in der Kategorie Lang-Lkw, auch "Gigaliner" genannt, Vizeweltmeister mit dem Team. In Eppelheim nahm er daher im 18 Meter langen Gliederzug Platz. Bei der Fahrt durch den Parcours zeigte er gute Nerven und viel Fahrgeschick. Aus dem Kreis Kaiserslautern war Weltmeister Mario Kühne angereist. Er wollte in der Kategorie Sattelzug sein Können unter Beweis stellen. Sein Teamkollege Ricky Bornhorst aus Eschborn war sein größter Konkurrent. Dieser wurde nämlich Vizeweltmeister im Einzel und Weltmeister in der Klasse Sattelzug. Alle drei Weltmeisterschaftsteilnehmer lobten Parcours, Fahrzeuge, Schiedsrichter und das Küchenteam des MSC unter der Leitung von Jürgen Gundt in den höchsten Tönen. Mario Kühne fehlte bei keinem Turnier und war daher zum 24. Mal dabei. Beim Jubiläumsturnier im nächsten Jahr möchte ihn Sportleiterin Cornelia Sauer besonders ehren.

Zur Verfügung gestellt wurden die Turnierfahrzeuge von der Mercedes-Benz Niederlassung Mannheim-Heidelberg-Landau. Der Omnibus wurde von der Busverkehr Rhein-Neckar GmbH gestellt. Den Gliederzug bekam der Eppelheimer MSC von einer Fahrschule aus Bobenheim-Roxheim geliehen.

Die Siegerehrungen nahmen am Ende des zweiten Turniertages MSC-Vorsitzender Jürgen Brause und Turnierleiter Karlheinz Perschewski zusammen mit Vertretern des ADAC Nordbaden und der Mercedes-Benz-Niederlassung vor.

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