Hör-Sprachzentrum Neckargemünd: "Einzigartig in Baden-Württemberg"
Neckargemünd. (kaz) "Unsere Kinder sind hier gut aufgehoben, erfahren eine optimale Förderung, die Schule ist gut ausgestattet, die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften toll", sagte Markus Harth bei der Feierstunde zum 50-jährigen Bestehen der Abteilung "Berufliche Bildung" im Hör-Sprachzentrum Neckargemünd. Besser hätte das Lob des Elternbeiratsvorsitzenden nicht ausfallen können. In dem Ausbildungsgang, der zur Fachschulreife führt, erhalten die Schülerinnen und Schüler die berufliche Grundbildung in Wirtschaft und Verwaltung, ohne auf die individuelle Förderung verzichten zu müssen.
Wie das genau funktioniert, erläuterte Abteilungsleiter David Herion. Er findet außerdem die inzwischen 20-jährige Kooperation mit der Julius-Springer-Schule in Heidelberg innerhalb von Berufkollegs erfreulich. Die "Inklusion" habe also bereits begonnen, als sie noch gar kein Begriff gewesen sei. Die ehemalige "Gehörlosenschule" habe heute den komplizierten Namen "Staatliches Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Internat - Förderschwerpunkt Hören und Sprache", aber nach wie vor den Vorteil, dass dort in kleinen Klassen unterrichtet wird.
Das Schulprofil bezüglich beruflicher Bildung sei einzigartig in Baden-Württemberg, betonte Direktorin Noëlle Soerensen in ihrer Rede. "Wir gehen euch manchmal auf die Nerven, aber wir haben euch im Blick und das ist für euch auch eine Chance", sagte sie in Richtung der versammelten Schülerschar.
Zur Feierstunde gehörte unter anderem eine "Diashow" durch fünf Jahrzehnte mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotos. Doch es gab auch eine Gedenkminute für den vor einigen Wochen verstorbenen ehemaligen Schulleiter Karl-Heinz Pferdekämper. Zu seinem Andenken soll im Foyer dauerhaft ein Kondolenzbuch ausliegen.
Den Rhythmus des Schulalltags setzte eingangs das "Internatsteam" samt Lehrkräften in Szene. Mit einer Rap-Perfomance unter dem Motto "Ich lebe hier" endete die Feierstunde. Dass auch die Partnerschule aus Prag beim Jubiläum vertreten war, freute Direktorin Noëlle Soerensen besonders. In der beruflichen Bildung kommen natürlich auch technische Hörhilfen zum Einsatz. Was da möglich ist, demonstrierte Lehrerin Ursula Kern in einem Klassenzimmer. Laut David Herion haben sich die Hilfsmittel für Gehörlose und Schwerhörige sowieso enorm weiter entwickelt.