Windkraft in Eberbach: Was tun, um die Pro-Stimmung zu heben

Eberbach. (MD) "Wir wollen nur fünf Bürgerwindräder, die Natur wird dadurch nicht zerstört," versicherte Jens Thomson bei der Mitgliederversammlung der Initiative Windenergie für Eberbach (IWE) in der "Traube". Ein Dutzend Befürworter der regenerativen Energie, aber auch einige Rotorengegner waren dabei zusammengekommen. Der Sprecher der IWE, die sich für den Bau der Windkraftanlagen auf dem Hebert ausspricht, zog kurz Bilanz über die zurückliegenden Aktionen.

So habe man bereits im März 2015 über die Ziele an einem Stand auf dem Leopoldsplatz informiert. Mehrere Veranstaltungen mit "Windmüllern", Projektentwickler sowie Umweltverbänden folgten laut Thomson. Vor zwei Jahren habe man in Buchen-Hettingen eine Windkraftanlage besichtigt. Aber auch mit Anlagengegnern habe man das Gespräch gesucht. Bei den Gemeinderatsfraktionen, dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung sei man vorstellig geworden. Jens Thomson verwies ebenso auf den Besuch des Windparks "Stillfüssel" mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Albrecht Schütte vergangenen April.

Erneut betonte der IWE-Sprecher, dass man keine "Verspargelung" durch Windräder im Umfeld der Stadt wolle. Vielmehr halte man fünf Anlagen auf dem Hebert "für sinnvoll". Diese sollten nur auf Gelände, das der Stadt gehört, errichtet werden. Dies bedeute eine Pachteinnahme für die Stadt von immerhin 150.000 Euro jährlich, ohne eine Gewerbesteuereinnahme zu berücksichtigen, sagte er. Mit den "Bürgerwindrädern" blieben die Gewinne durch die Stromerzeugung auch bei den Eberbacher Bürgern. Eine Finanzierung sei komplett durch örtliche Banken möglich. Er habe deswegen bereits mit zwei Kreditinstituten gesprochen.

Bei fünf Windrädern müssten insgesamt einmalig 500 Erntefestmeter Bäume dort gefällt werden, im Vergleich zu jährlich 25.000 von der Stadt "geernteten" Festmetern, machte er eine weitere Rechnung auf. Weitere Rotoren soll’s nach seiner Darstellung auf der Gemarkung nicht geben.

Thomson setzte sich auch mit Fledermäusen, Vogelflug und Infraschall auseinander. Das bisher erstellte avifaunistische Gutachten sei zeitlich abgelaufen, ein von den Windradgegnern vorgelegter Bericht sei "kein rechtlich korrektes Gutachten", sagte er in Bezug auf die im Auftrag der Initiative "Bürger für Bürger" erstellte Expertise. "Es wird vor dem Bürgerwindradbau ein rechtlich korrektes avifaunistisches Gutachten erstellt werden müssen", forderte er. Und pries den Standort Hebert, zu dem bereits Straßen in ausreichender Breite führten und ein direkter Anschluss ans Stromnetz gegeben sei. Als "Kontrapunkt" zu den von den Rotorengegnern vielerorts aufgehängten Nein-Plakaten will die IWE Ja-Plakate herausgeben und dazu kreative Ideen sammeln. "Damit die Stimmung ein bisschen positiver wird". Zudem seien weitere Infostände sowie -veranstaltungen zum Thema Windräder in Eberbach geplant.

Besetzt ist das IWE-Organisationsteam weiterhin mit Jens Thomson als Sprecher, seinen Stellvertretern Andreas Persch und David Müller sowie Ulrike Baufeld, Michael Gray, Rainer Olbert und Jan Stephan.

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