Energiegenossenschaft "Hohe Waid": Trotz wenig Sonne gibt’s fünf Prozent Dividende
Von Stefan Zeeh
Hirschberg. "Das Geschäftsmodell trägt", hielt Matthias Schütze, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft "Hohe Waid", bei deren Generalversammlung fest. Zwar lief 2016 nicht alles wie gewünscht, doch konnte die Genossenschaft einen Gewinn erwirtschaften, der es ermöglichte, eine Dividende auszuzahlen. So spielte etwa das Wetter nicht mit bei der Stromproduktion aus den Fotovoltaikanlagen. Ein "trübes Jahr 2016" hatte Schütze in Erinnerung, mit besonders schlechten Erträgen im Juni und in den Herbstmonaten.
Auch die Ausweitung des Geschäftsfeldes "Solarenergie" blieb hinter den Erwartungen zurück. "Viel Aufwand, kein Resultat", fasste Schütze die Bemühungen zusammen, neue Fotovoltaikanlagen auf Dächern in der Region zu installieren. Zwar habe es mit einigen Gemeinden Gespräche gegeben, am Ende habe man sich in den Kommunen aber für andere Investoren entschieden.
Erfolgreich war die Energiegenossenschaft dagegen bei der Erweiterung ihrer Geschäftstätigkeit im Bereich "Contracting". So wird man für die im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft in der Ladenburger Straße in Hirschberg die Heizungsanlage stellen. Eine von der Genossenschaft finanzierte und von einem Vertragspartner überwachte und gewartete 48 Kilowatt Pelletheizung wird die Unterkunft versorgen. Auch für die Gemeinde sei dies von Vorteil, so Schütze: Das Angebot der Energiegenossenschaft liege 30 Prozent unter der Kalkulation der Verwaltung.
Positiv verlief ebenso der Stromvertrieb durch die Energiegenossenschaft, der vor zwei Jahren begonnen hatte. Mittlerweile hat man 48 Kunden gewinnen können. Gegenüber dem Zeitraum Anfang 2016 bedeutet dies eine Steigerung um fast 100 Prozent. "Das fängt an, Freude zu machen", betonte Vorstandsmitglied Dirk Erdel, der allerdings darauf hinwies, dass mit dem Stromverkauf keine großen Gewinne zu erzielen sind. Insgesamt ergebe sich der Gewinn weniger aus dem einzelnen Kunden als vielmehr aus deren Gesamtzahl. In der Summe schreibe die Energiegenossenschaft jedenfalls "schwarze Zahlen" in diesem Geschäftsfeld.
Einen Rückgang um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr musste Vorstandsmitglied Dieter Binz den rund 20 erschienen Genossenschaftsmitgliedern für die Stromproduktion im Windpark "Großer Wald" in Buchen vermelden, an dem die Genossenschaft beteiligt ist. Jedoch sei der Stromertrag des Windparks immer noch höher als erwartet.
Auf die Beteiligung der Energiegenossenschaft an Windenergieprojekten in der Region ging auch Matthias Schütze ein. "Falls ordentliche Ertragsaussichten für die Nutzung der Windenergie vor Ort bestehen, sollten wir alles daran setzen, ein solches Projekt aktiv zu begleiten und zu gestalten", verdeutlichte er das Interesse der Genossenschaft an einem rentablen Windpark in der Umgebung Hirschbergs. Zudem berichtete er, dass die Existenz einer Energiegenossenschaft in Hirschberg für Unternehmen, die Windparks errichten wollen, durchaus von Bedeutung sei: "Wir werden von diesen Firmen angesprochen."
Insgesamt beläuft sich der Jahresüberschuss aus allen Geschäftsfeldern der Genossenschaft auf knapp 13.000 Euro, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um fast 3700 Euro. Um gut 12.000 Euro stieg auch der Bilanzgewinn auf nunmehr knapp 28.400 Euro an. Dementsprechend schlug der Vorstand vor, für die vergangenen zwei Jahre eine Dividende von fünf Prozent auszuschütten, was auch einstimmig beschlossen wurde.