Iran: USA greifen erneut an – Explosionen nahe Hafenstadt
An der iranischen Küste sind Explosionen zu hören. Offenbar stammen sie von einem amerikanischen Luftangriff. Aus dem Süden des Iran sind erneut Explosionen gemeldet worden. Östlich der Stadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus seien drei Explosionen zu hören gewesen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars in der Nacht auf der Plattform Telegram. Der US-Angriff galt einem iranischen Militärgelände nahe der Hafenstadt Bandar Abbas. Von dem Gelände sei eine Bedrohung für US-Streitkräfte und den kommerziellen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ausgegangen, teilte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters mit. Nähere Informationen zum Umfang der Angriffe waren zunächst nicht bekannt. Zudem habe das US-Militär mehrere iranische Drohnen abgefangen und abgeschossen, die eine ähnliche Bedrohung dargestellt hätten. Bandar Abbas ist die Hauptstadt der Provinz Hormusgan und gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren des Iran im Golfraum und an der Straße von Hormus. Kuwait meldet Beschuss – Iran spricht von Angriff Am frühen Donnerstagmorgen meldete Kuwait, dass die Luftabwehr aktiv sei und Drohnen- sowie Raketenangriffe abwehre. Nach iranischen Angaben ist eine US-Militärbasis angegriffen worden. Zu möglichen Schäden und Opfern gab es zunächst keine Informationen. Woher der Beschuss erfolgte, wurde zunächst ebenfalls nicht mitgeteilt. Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe gegen den Iran am 28. Februar feuerte Teheran jedoch Raketen und Drohnen auf Kuwait und andere mit den USA verbündete Staaten am Persischen Golf. Das US-Militär unterhält zahlreiche Stützpunkte rund um den Persischen Golf. Trotz der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg meldeten auch die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Golfstaaten zuletzt vereinzelt erneuten Beschuss. Zudem kam es zuletzt rund um die Straße von Hormus zu vereinzelten gegenseitigen Angriffen zwischen dem US-Militär und iranischen Kräften. Trump mit Verhandlungsstand unzufrieden Erst Anfang der Woche hatten iranische Medien in der Region nach nächtlichen Feuergefechten mit dem US-Militär Explosionen gemeldet. Die USA hatten unter anderem Ziele auf dem iranischen Festland angegriffen, der Iran attackierte US-Militärschiffe mit Raketen und Schnellbooten. Unklar blieb, welche Kriegspartei zuerst das Feuer eröffnet hatte. Aus der Sicht von US-Präsident Donald Trump ist der Verhandlungsstand zu einem möglichen Ende des Iran-Kriegs nicht zufriedenstellend. In einer Sitzung seines Kabinetts im Weißen Haus sagte der Republikaner, der Iran sei sehr entschlossen: "Sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen." Die US-Regierung sei damit aber noch nicht "zufrieden". Trump erneuerte die Drohung, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiter kämpfen werde – er sprach davon, dann "die Sache zu Ende" zu bringen. Iran: Bleiben bei roten Linien Der Iran hält nach Aussagen eines Politikers bei den Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Kriegsende an Kernforderungen fest. Der Iran werde sich durch US-Präsident Donald Trumps Rhetorik nicht von seinen "roten Linien" abbringen lassen, schrieb Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, in der Nacht auf der Plattform X. Azizi nannte als rote Linien für sein Land das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus sowie die Aufhebung der Sanktionen. Der Politiker ist – soweit bekannt – nicht direkt in die Verhandlungen mit den USA eingebunden. Trump: Keine Auswirkung auf Zwischenwahlen Eine Auswirkung des Iran-Kriegs auf die Zwischenwahlen in den USA im November sieht Trump nach eigenen Angaben als nachrangig. Die iranische Führung habe sich getäuscht, wenn sie geglaubt habe, die Zwischenwahlen würden ihn zu einem Abkommen zwingen. "Die Zwischenwahlen interessieren mich nicht", sagt Trump. Der US-Präsident hatte ursprünglich behauptet, der Krieg würde etwa vier Wochen dauern, nun nähert er sich dem vierten Monat. Zeitweise deutete Trump an, der Konflikt könne binnen Tagen beendet sein, um später anzudeuten, der Konflikt könnte noch einige Zeit andauern.