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Streit mit Großbritannien: Trump erwägt Kauf der Chagos-Inseln

Laut eines Berichts erwägt Donald Trump den Kauf der strategisch wichtigen Chagos-Inseln. Die gehören derzeit noch Großbritannien. Ärger dürfte programmiert sein. Traumhafte Strände, weißer Sand, türkisblaues Meer. Das sind die Chagos-Inseln im Indischen Ozean. Aber nur wenige Meter hinter der Traumkulisse bietet sich Besuchern eine etwas andere Perspektive: riesige Landebahnen, kilometerlange Betonpisten, dutzende Baracken und Funktionsgebäude. Der Archipel beherbergt nämlich auch die US-Militärbasis Diego Garcia. Und diese ist für die amerikanischen Streitkräfte von entscheidender Bedeutung. Nun erwägt die US-Regierung einem Zeitungsbericht zufolge den Kauf der Chagos-Inseln von Mauritius , um sich die Kontrolle über den strategisch wichtigen Militärstützpunkt zu sichern. Das Weiße Haus prüfe einen Plan, Großbritannien zu umgehen und ein eigenes Abkommen mit dem Inselstaat zu schließen, berichtete die Zeitung "Telegraph" am Sonntag. Dies sei eine von mehreren Optionen, um zu verhindern, dass der britische Premierminister Keir Starmer die Souveränität über die Inselgruppe im Indischen Ozean an Mauritius abtritt. Ein US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Präsident Donald Trump vertrete konsequent die Position, dass Großbritannien das Territorium nicht aufgeben dürfe. Diego Garcia sei eine unverzichtbare Militärbasis von enormer Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA . Washington stehe in regelmäßigem Austausch mit London , um die Insel als regionalen Sicherheitsanker zu erhalten. Trump: Streit mit Großbritannien droht Die britische Regierung hatte im April ihr Abkommen zur Übergabe der Souveränität über die Chagos-Inseln auf Eis gelegt. Trump kritisierte die Pläne im Februar als "großen Fehler". Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, man habe eine Situation vorgefunden, in der die britische Kontrolle über die Militärbasis bedroht gewesen sei. Es habe Handlungsbedarf bestanden, um nationale Interessen zu schützen und zu verhindern, dass Gegner in der geopolitisch bedeutsamen Region Fuß fassten. Der Erhalt der langfristigen operativen Kontrolle und Sicherheit von Diego Garcia sei die alleinige Grundlage für das Abkommen zwischen Großbritannien und Mauritius. Beide Länder seien sich der dauerhaften Risiken für den gemeinsam betriebenen Stützpunkt sehr wohl bewusst. Der Kauf der Inseln durch die USA ist laut "The Guardian" nur eine von mehreren Vorschlägen, die von Washington geprüft werden. Der Plan wurde demnach jüngst von US-Finanzminister Scott Bessent vorgelegt und Trump unterbreitet. Einige Beamte der Trump-Regierung hatten zuvor Bedenken geäußert, dass Großbritannien die Insel an Mauritius abtritt, da der Inselstaat als Verbündeter Chinas gilt. Dies könne die Möglichkeit von Spionage eröffnen, berichtete der "Telegraph". Chagos-Flüchtlinge: "Wir leiden immer noch" Eine Delegation von Flüchtlingen aus Chagos, die vergangene Woche Großbritannien besuchte, drückte ihre Beunruhigung über die politischen Vorgänge aus. Die sechsköpfige Delegation der Chagos Refugees Group bekundete ihre volle Unterstützung dafür, dass Großbritannien endlich eine Vereinbarung über die staatliche Zukunft der Inseln schließt. "Das Wichtigste sind unsere Rechte", sagte Louis Olivier Bancoult, der Leiter der Delegation, am Freitag. Bancoult drängt seit Jahrzehnten auf die politische Souveränität seiner Heimat. Die Chagos-Inseln zählen bislang zum britischen Übersee-Territorium. Sie bestehen aus sieben Atollen mit insgesamt sechzig Inseln. Die größte davon ist Diego Garcia mit rund 44 Quadratkilometern Fläche. "Es gibt keinen echten Willen seitens der britischen Regierung, eine Lösung für unser Volk zu finden. Wir müssen einen Weg finden", kritisierte der politische Aktivist Bancoult laut "The Guardian". "Wir leiden immer noch, und unsere Position ist klar: Wir haben das Recht, an unserem Geburtsort zu leben." Von der Trump-Regierung in Washington liegt bislang keine Stellungnahme zu dem Thema vor. Der US-Präsident hatte vor einigen Monaten auch erwogen, Grönland aus strategischen Gründen zu kaufen. Das Gebiet in der Arktis ist ein weitgehend autonomes dänisches Territorium. Trump hatte mit seinem Vorstoß für erheblichen Unmut bei westlichen Ländern gesorgt, zumal er militärische Mittel zum Erreichen seines Ziels nicht ausgeschlossen hatte. Die Geschichte der Chagos-Inseln ist äußerst wechselhaft. Der zu Mauritius gehörende Archipel war 1598 vom holländischen Königreich beansprucht worden. 1715 wurde es dann zu einer französischen Kolonie, weshalb auch heute Französisch immer noch die Amtssprache der Insel ist. 1814 fiel Mauritius schließlich unter britische Herrschaft, 1965 wurden die Chagos-Inseln verwaltungstechnisch von Mauritius getrennt und ein Jahr später an die USA zur militärischen Nutzung verpachtet. Kurz darauf entließ die britische Krone Mauritius 1968 in die staatliche Unabhängigkeit. Die Chagos-Inseln blieben hingegen unter britischer Jurisdiktion. Dagegen wehren sich die Bewohner des Archipels seit Jahrzehnten. Sie fordern vehement ihre Unabhängigkeit. Doch die militärstrategische Bedeutung der Inseln ließ ihre Heimat zum Spielball der Weltmächte werden – bis heute.

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