"Rosamunde Pilcher: Die Glücksbringerin": Ein Date mit der Schornsteinfegerin
Architekt Josh (Vinzenz Wagner) kehrt in "Rosamunde Pilcher: Die Glücksbringerin" nach Cornwall zurück, um seine verwitwete Tante zum Verkauf ihres historischen Hauses zu bewegen. Dabei trifft er Jugendliebe Clare (Milena Straube) wieder – heute Schornsteinfegerin. Lodert da noch ein Feuer im Kamin?
Seit 1993 gibt es Rosamunde Pilcher-Verfilmungen im ZDF. Film Nummer 178 hört auf den Namen "Rosamunde Pilcher: Die Glücksbringerin" und entstand nach der Kurzgeschichte "A Touch of Magic" wie immer im wunderschönen Cornwall. Am Südwestzipfel Englands lebt Schornsteinfegerin Clare (Milena Straube), Tochter des Heizungsbauers Daniel (Dietmar Bär). Die Menschen im Ort lieben die bodenständig herzliche Handwerkerin. Und dann rettet sie auch noch einem Touristen das Leben!
Als Josh (Vinzenz Wagner) unbedacht telefonierend die Straße überqueren möchte, bewahrt ihn Clare im letzten Augenblick vom Überfahrenwerden. Mit Josh verbindet Clare eine Jugendschwärmerei – oder war es gar die große Liebe? Der ehemalige Schwarm lebt mittlerweile als Architekt in New York und steht kurz vor der Hochzeit mit der dynamischen Lisa (Annabella Zetsch). Sie will mit ihrem Umwelt-Startup die Meere retten und akquiriert gerade Gelder. Deshalb möchte Josh seine verwitwete Tante Jessica (Lina Wendel) dazu bewegen, ihr wunderschönes und doch marodes Anwesen zu verkaufen, denn auch er erhält ein Teil des Erbes. Der Film steht ab Freitag, 21. August, auch in der ZDF-Mediathek zur Verfügung.
Während Clare und Josh an alten Orten der gemeinsamen Vergangenheit nachspüren, kommt überraschend Joshs Verlobte nach Cornwall gereist. Auch in der älteren Generation eskalieren die Dinge des Lebens vor wunderschöner Küstenkulisse: Jessica kann ihr marodes Haus kaum noch halten, denn ihr fehlen nach dem Tod des Mannes Einkünfte – und das Erbe ist dahin geschmolzen. Gleichzeitig hat auch Heizungsbauer Daniel mit wirtschaftlichen Sorgen zu kämpfen, denn ein junger Konkurrent schnappt ihm viele Aufträge weg.
Kölner "Tatort"-Kommissar als englischer Handwerker
Wer in "Rosamunde Pilcher: Die Glücksbringerin" (Drehbuch: Uschi Müller, Regie: Karola Meeder) am Ende wessen Herz erobern wird, dürften Pilcher-Kennerinnen und -Kenner bereits ahnen. Dennoch kann man den "Herzkino"-Film mit dem Kölner "Tatort"-Kommissar Dietmar Bär in ungewohnter Rolle sehr gut anschauen. Was nicht nur an den wie immer atemberaubendenden Beauty-Shots aus Cornwall liegt, sondern auch am guten Schauspiel-Ensemble, aus dem Milena Straube (Grimme-Preis 2024 für "Haus Kummerveldt") mit ihrem überaus natürlichen Spiel herausragt. Selbst die Geschichte, die sogar ein Krimi-Mystery nach altenglischer Agatha Christie-Manier enthält, ist in ihren Details und Wendungen angenehm offen. Wer mehr von Cornwall sehen möchte, kann dies in der ZDF-Doku "Cornwall – Das echte Land der Rosamunde Pilcher" tun. Der Film von 2020 steht seit dem 6. August wieder für zwei Jahre in der ZDF-Mediathek.
Rosamunde Pilcher: Die Glücksbringerin – So. 06.09. – ZDF: 20.20 Uhr