Sicherheit: Deutlich mehr Fälle mit Schusswaffen in Hessen
Frankfurt führt die Liste an: In Hessen hat es 2025 mehr registrierte Vorfälle mit Schusswaffen gegeben. Was sind laut Innenministerium die Gründe?
Im vergangenen Jahr sind in Hessen rund 880 Straftaten, bei denen mit einer Waffe gedroht oder geschossen worden ist, registriert worden. Das sind mehr als in den vergangenen zehn Jahren, wie aus einer Antwort des hessischen Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage des fraktionslosen Abgeordneten Maximilian Müger hervorgeht. Die Auswertung umfasse sowohl scharfe Waffen als auch Schreckschuss-, Reizstoff- und Soft-Air-Waffen.
Ein möglicher Erklärungsansatz sei die nach polizeilicher Erfahrung größere Verfügbarkeit von sogenannten Jet-Protektoren. Der Besitz dieser Reizstoffsprühgeräte falle nicht unter das Waffengesetz und sei genehmigungsfrei. Zudem gebe es eine zunehmende Verfügbarkeit illegaler oder modifizierter Waffen aus internationalen Krisen- und Kriegsgebieten, die Reaktivierung ehemals frei verkäuflicher Schreckschuss- und Deko-Waffen, Fälschungen und Umbauten sowie Waffen aus dem 3D-Drucker.
Im vergangenen Jahr wurde laut Auswertung in 459 Fällen mit einer Waffe gedroht und in weiteren 419 Fällen geschossen. 2024 waren es 329 Fälle mit Bedrohung und 340 Fälle mit Schüssen. Im vergangenen Jahr entfielen 227 der insgesamt 878 Fälle auf die Stadt Frankfurt, 49 auf Wiesbaden, 45 auf Kassel, 35 auf Offenbach und 9 auf Darmstadt. Bei den Landkreisen waren Main-Kinzig mit 76, Offenbach mit 54 und Gießen mit 37 Fällen Spitzenreiter.
Dazu schreibt das Ministerium, dass „bei Häufungen von Waffengewalt, wie zuletzt in Gießen“, temporäre Sonderorganisationen gebildet würden, um kriminelle Strukturen aufzudecken und Folgetaten zu verhindern.