World News

Fußball-Bundesliga: Nächster Coup vorm Bayern-Bonus: „Das Spiel war so geil“

Stern 

Der Elversberger Fußball-Wahnsinn geht weiter: Dem Liga-Debütanten gelingt nach dem Auftakterfolg gegen Leverkusen ein spektakuläres 4:3 in Mönchengladbach. Nun wartet die maximale Herausforderung.

Vincent Wagner saß irgendwo oben auf der Pressetribüne, weit weg von seiner Mannschaft. Unten auf dem Rasen jubelten die Spieler von Borussia Mönchengladbach über das 3:1 - und um den Trainer der SV Elversberg herum feierten mehr als 50.000 Zuschauer den vermeintlich vorentscheidenden Treffer durch Joe Scally. Doch was der 40-Jährige anschließend erlebte, dürfte ihm noch lange in Erinnerung bleiben.

„Das Spiel war so geil“, fasste Wagner seine Emotionen nach dem 4:3 (1:2)-Sieg zusammen. Auch Kapitän Lukas Pinckert war begeistert. „Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft. Wir liegen auswärts vor über 50.000 Zuschauern 1:3 hinten und drehen als Aufsteiger das Spiel - das ist schon bemerkenswert.“ 

„Wir geben uns niemals auf“

Dabei hatte Elversberg am Samstag genügend Rückschläge zu verkraften: Nach dem Gegentor von Hugo Bolin (11.) und dem Ausgleich durch David Mokwa (29.) gingen die Gladbacher kurz vor der Pause erneut durch Bolin nach einem fälschlicherweise zugesprochenen Einwurf in Führung.

Trainer Wagner wollte eine Erklärung vom Schiedsrichter, sah stattdessen Gelb-Rot und musste auf die Tribüne. Von dort verfolgte er wenig später das 1:3. Wagner legte den Kopf auf die Hände und starrte auf den Rasen

Vor einer Woche noch sensationell 3:2 gegen Bayer Leverkusen gewonnen, drohte die erste Bundesliga-Niederlage in der Vereinsgeschichte. Aber die Elversberger kamen zurück - und wie. „Wir sind eine Einheit, wir geben uns niemals auf“, sagte Innenverteidiger Pinckert. 

Der eingewechselte Maurice Krattenmacher verkürzte (66.), Felix Keidel (80.) glich aus - und in der Nachspielzeit traf Krattenmacher zum 4:3. Wagner hüpfte auf der Tribüne, riss die Arme hoch, klatschte mit den Videoanalysten ab und rannte hinunter auf das Spielfeld, um zu feiern. „Ich habe mich einfach gefreut, für meine Trainer und die Jungs“, sagte Wagner.

Schon in der Vorwoche hatte der aktuell Tabellendritte Leverkusen überrascht. Zwei Spiele, zwei Siege und sieben Tore sind ein ungewöhnlicher Start für einen Aufsteiger. Dabei beeindruckt neben der optimalen Punkteausbeute vor allem die Art, wie unterschiedlich die Elversberger diese beiden Aufgaben lösten.

Die Leverkusener überrumpelten sie mit einem furiosen Beginn und verteidigten ihren Vorsprung mit großer Leidenschaft. In Gladbach musste Elversberg Rückschläge verarbeiten, doch auch diese Prüfung bestand der Liga-Neuling mit Bravour. Nun wartet die maximale Herausforderung. 

Nächster Gegner ist der Rekordmeister

Am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) gastiert der FC Bayern München an der Kaiserlinde. Die Elversberger wollen aber trotz der bisherigen Erfolge die Dimensionen nicht verschieben. „Das ist einfach nur ein Bonus-Spiel“, sagte Pinckert - in der Tabelle liegt Elversberg vor den Münchnern. 

Ob Wagner gegen den Rekordmeister an der Seitenlinie stehen darf, ist nach seinem Platzverweis noch offen. Legt Elversberg nicht erfolgreich Einspruch ein, ist Wagner ausgerechnet bei dieser Partie nicht dabei. Der Coach selbst rechnet nicht damit, „wahrscheinlich sind die Chancen 80:20 dagegen“, sagte er im ZDF-„Sportstudio“.

Fans feiern die „Meisterschaft“

Für die mitgereisten Elversberger Fans gab es hingegen nach dem Abpfiff in Gladbach keinen Zweifel, wie diese Saison enden könnte. Während in der Spielerkabine treffend der Party-Hit „Der Zug hat keine Bremse“ dröhnte, sangen die Anhänger humorvoll: „Deutscher Meister wird nur der SVE!“.

Читайте на сайте