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"Kundschafter des Friedens": Die Rückkehr des "Zonen-James-Bond"

Stern 

"Kundschafter des Friedens" ist ein viel gelobter Kinofilm von 2017 mit einem grandiosen Star-Ensemble: Nach der Entführung eines Politikers einer Ex-Sowjetrepublik reaktiviert der BND den früheren DDR-Agenten Falk (Henry Hübchen) ...

Denkt man an Spione zu Zeiten des Kalten Krieges, kommt einem unwillkürlich die Glienicker Brücke in Erinnerung, auf der bisweilen hochrangige Agenten aus Ost und West ausgetauscht wurden. So wie Jochen Falk (Henry Hübchen) in der Komödie "Kundschafter des Friedens" von 2017. Regie führte Robert Thalheim nach seinem mit Oliver Ziegenbalg verfassten Drehbuch. ARTE wiederholt den Kinofilm am Sonntagabend, bevor am kommenden Freitag, 2. Oktober, auch die 2025 entstandene Fortsetzung gezeigt wird.

"Zonen-James-Bond" Falk ("Wir waren besser") ist heute Rentner und lebt verdrossen in den Berliner Tag hinein. Bis ihn der BND an "Konnopke's Imbiss" aufspürt, wo er gern sein Bierchen trinkt und eine "Curry ganz" verschlingt. Der einstige "Kundschafter des Friedens", wie man Spione in der DDR nannte, soll dabei helfen, den zukünftigen katschekischen Präsidenten aus der Ex-Sowjetrepublik Ostkatschekistan herauszuholen. Der Mann wurde kurz vor einer Friedenskonferenz von KGB-Leuten entführt. Die Konferenz nach westlichem Plan hätte die Wiedervereinigung des vorderasiatischen Landes mit Westkatschekistan bringen sollen.

Spätestens als Falk erfährt, dass mit dem Politiker auch sein alter Agenten-Feind Frank Kern (Jürgen Prochnow) verschwunden ist, willigt er in den Plan einer Gegenentführung ein. Falk hat mit Kern eine Rechnung offen, denn er war es wohl, der 1985 zu seiner Enttarnung beigetragen hat. Nun will Falk unbedingt die alte Mannschaft aus längst vergangenen Zeiten an seiner Seite haben, ihr Know-how sei notwendig, um im Osten gegen die KGB-Umtriebe zu bestehen.

Alte DDR-Haudegen wiedervereint

Und so trommelt er sie zusammen: Jaecki (Michael Gwisdek), den Techniker, der inzwischen den Lebensunterhalt mit der Reparatur von Haushaltsgeräten verdient und dem Westen nur zu gerne zeigen will, wer der Bessere war. Locke (Thomas Thieme), der längst zum Kapitalismus übergelaufen ist und mit seinen Kreditgeschäften Kunden ausnimmt wie die berühmte Weihnachtsgans. Das ist stimmig und gut ausgedacht, zumal Henry Hübchen und Michael Gwisdek ihre Rollen geradezu auf den Leib geschrieben sind.

Sie tragen alle noch ein wenig den Stallgeruch der DDR mit sich herum – ebenso wie der Vierte im Bunde, Winfried Glatzeder ("Die Legende von Paul und Paula"), der noch mal den "Romeo" machen darf, auch wenn's von der Motivation her ein wenig verzwickt und hippelig wirkt. Wie überhaupt der Klamotte reinsten Wassers immer ein wenig die große Politik im Wege steht.

James Bond lässt grüßen

Hier also Katschekistan, ein Filmland, das man ob seiner kargen Schönheit auch gerne in Frieden loslassen möchte, so liebevoll wie es die Kamera beschreibt. Dort tummeln sich nun unsere Agenten, immer auf der Suche nach Kasan (Husam Chadat), dem entschwundenen Präsidenten, und nach Kern, dem Widersacher von einst. James Bond grüßt dann und wann, ebenso wie Jason Bourne. Navis sind allerdings verpönt, wie Paula (Antje Traue), das mitgereiste BND-Mädel erfahren muss, als sie eins im Auto anbringen will: "Wir arbeiten analog!".

Eine wunderbare Idee, die alten Kämpen aus der Versenkung zu holen und mit ihnen ein Ost-West-Geländespiel zu entfalten. Da hätte es der alten Defa-Serienstruktur mit Splitscreen und "Stahlnetz"-Musik der 70er-Jahre erst gar nicht bedurft. Klar aber auch, dass die wunderbar kraftstrotzende Typenkomödie vom Anfang irgendwann an Durchschlagskraft verliert – hier noch 'ne Idee, und dort noch ein Gag, bis zum großen Finale im alten Bundestag am Rhein.

2025 feierte die Fortsetzung "Kundschafter des Friedens 2" Kinopremiere. Am Freitag, 2. Oktober, 20.15 Uhr, ist die Komödie bei ARTE erstmals im Free-TV zu sehen.

"Kundschafter des Friedens" – So. 27.09. – ARTE: 20.15 Uhr

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