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Datendiebstahl: Datenklau bei Unikliniken – Risiken für Betroffene?

Stern 

Mehr als 72.000 Patientendaten gestohlen, darunter Kontonummern und Gesundheitsinfos. Wie Experten das Risiko für die Betroffenen einschätzen.

Nach einem massiven Cyberangriff auf vier Unikliniken in Baden-Württemberg rechnet der attackierte externe Dienstleister Unimed nicht damit, dass die gestohlenen Patientendaten veröffentlicht werden. Dies sei nicht wahrscheinlich, sagte ein Sprecher. 

Sollte es aber doch dazu kommen, habe man ein engmaschiges Monitoring unter anderem im Internet inklusive Darknet vorbereitet, sagte er weiter. Man nehme den Vorfall sehr ernst und sei sich möglicher Auswirkungen auf Kunden und Patienten bewusst. 

Über die Cyberattacke hatten die Unikliniken Freiburg, Ulm, Heidelberg und Tübingen am Donnerstag informiert. Demzufolge waren mehr als 72.000 Patientendaten entwendet worden.

Datenklau immer ein Risiko für Betroffene

Unabhängig von dem aktuellen Fall seien Datendiebstähle immer heikel, sagte ein Sprecher des Cybercrime-Zentrums Baden-Württemberg. Solche Daten würden oftmals im Darknet gehandelt und könnten etwa für betrügerische E-Mails oder Identitätsdiebstahl genutzt werden. Sensible Krankheitsdaten könnten theoretisch ebenfalls Anlass für eine Erpressung einzelner sein. Ein solcher Fall sei ihm jedoch bisher noch nicht bekannt. 

Nach Angaben von Unimed war der Abrechnungsservice schon kurz nach der Attacke von Mitte April wieder uneingeschränkt arbeitsfähig. Ob es einen Erpressungsversuch seitens der Hacker gegeben hatte oder schon Hinweise auf Datenmissbrauch vorliegen, sagte der Sprecher nicht.

Angriff wohl nur teilweise erfolgreich

Nach bisherigen Erkenntnissen wollten die Angreifer das System vollständig verschlüsseln. Das sei jedoch nicht gelungen. Bevor die Angreifer abgewehrt werden konnten, seien die Daten jedoch abgeflossen. Betroffen sind laut Unimed ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler.

Den Unikliniken zufolge gehören zu den gestohlenen Daten neben Namen, Adressen und Geburtsdaten auch Finanzinformationen wie Kontonummern sowie Gesundheitsdaten zu Diagnosen und Krankheitsverläufen.

Zehntausende Daten flossen ab - auch anderswo in Deutschland?

Am stärksten betroffen war die Uniklinik Freiburg. Dort wurden Stammdaten von rund 54.000 Menschen gestohlen, in rund 900 Fällen zudem Rechnungsdaten. Daraus können Informationen zu Diagnose und Behandlungsart hervorgehen. In Heidelberg wurden rund 11.000 Daten gestohlen. Ulm und Tübingen kamen glimpflicher davon.

Unimed rechnet dem Sprecher zufolge bundesweit für Kliniken Leistungen bei Patientinnen und Patienten mit privater oder wahlärztlicher Leistung ab. Ob auch andere Kliniken in Deutschland vom Datenklau betroffen waren, wollte der Sprecher nicht kommentieren.

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