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Richterlicher Beschluss: Kennedy Center hat den Namen von Donald Trump entfernt

Stern 

Donald Trump hatte das Kennedy Center auch nach sich benennen lassen. Doch weil ein Richter entschied, dass er den Namen nicht ändern darf, ist die Fassade wieder bearbeitet.

Trump und das Kennedy Center – das Verhältnis der beiden ist von Streitigkeiten geprägt. Nun ist die Geschichte um eine Wendung reicher. Das Kennedy Center in Washington hat den Namen von US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben von seiner Fassade entfernt. Bezeichnungen wie „Trump Kennedy Center“ oder „Donald J. Trump and John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts“ seien zudem von der offiziellen Website der weltberühmten Kultureinrichtung genommen worden, teilte ein Vertreter des Kennedy Centers in einem Gerichtsdokument mit. 

Der Name des US-Präsidenten sei zudem etwa aus E-Mail-Signaturen, Briefköpfen, Pressemitteilungen und Verträgen entfernt worden. Ein Gericht hatte die Maßnahmen nach der Klage einer demokratischen Abgeordneten angeordnet. 

Trump wetterte gegen das „woke“ Kennedy Center

Trump streitet sich schon länger mit dem Kulturzentrum. Er hatte es als linke, „woke“ Institution bezeichnet und nach seiner Wiederwahl ein „patriotisches“ Kulturprogramm angekündigt. Dieser Ankündigung ließ er nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 Taten folgen: Er entließ die Leitung des Kennedy Centers und setzte ein neues Direktorium unter seinem Vorsitz ein. Das beschloss dann im Dezember, Trumps Namen auf der Fassade über den des früheren Präsidenten John F. Kennedy zu setzen.

Umbenennung war rechtswidrig

Ende Mai entschied jedoch der Bundesrichter Christopher Cooper, dass die von Trump vorgenommene Hinzufügung seines Namens rechtswidrig sei. Nur der US-Kongress habe nämlich das Recht zur Umbenennung. Der Richter ordnete an, dass Trump seinen Namen binnen zwei Wochen von der Fassade des Kulturzentrums entfernen lassen müsse. Von der Website war Trumps Name bereits Anfang der Woche entfernt worden.

Um Mitternacht wurde Verlängerung beantragt

Mit Blick auf den Ablauf der Frist wurde am Freitagvormittag am Gebäude ein Gerüst aufgebaut. Kurz vor dem Fristende um Mitternacht beantragte das Kulturzentrum jedoch eine Verlängerung der Frist um zwölf Stunden, wie US-Medien berichteten. Die Arbeit verzögere sich durch „Gewitter, die Sicherheitsrisiken für die Arbeiter darstellten“, und werde nun voraussichtlich „in den frühen Morgenstunden“ beendet, teilte der Geschäftsführer des Kennedy Centers, Matt Floca, mit.

Am Freitagabend hatten sich zahlreiche Menschen vor dem Kulturzentrum versammelt. Die Menge begleitete den Aufbau des Baugerüstes, von dem aus Trumps Name von der Fassade entfernt werden soll. Auch im Internet verfolgten tausende Menschen in einer Live-Übertragung den Gerüstaufbau.

Kulturzentrum versuchte, Trumps Namen stehenzulassen

Das Kuratorium des Kulturzentrums und das Justizministerium hatten Cooper am Donnerstag aufgefordert, das Urteil auszusetzen. Der Richter wies den Antrag mit der Begründung zurück, dem öffentlichen Interesse sei „selten gedient durch die 'Fortführung' von 'rechtswidrigem' staatlichen Handeln“. Der Verwaltungsrat und das Justizministerium legten daraufhin bei einem höheren Gericht Berufung ein.

Cooper hatte Ende Mai auch den Plan des Präsidenten, die Einrichtung ab dem Nationalfeiertag am 4. Juli für zwei Jahre zu schließen, vorerst gestoppt. Trump hatte den Schritt mit umfangreichen Renovierungsarbeiten begründet.

Nach der Ermordung von Präsident Kennedy 1963 war das Kulturzentrum zu seinen Ehren in Washington errichtet und 1971 eröffnet worden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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