Archäologie: Erste Erkenntnisse bei Ausgrabungen in Pirna
Unter einem alten Hotel tauchen Mauerreste und Pflastersteine auf. Die Funde erzählen von Feuersbrünsten und einer Siedlung, die schon im 14. Jahrhundert existierte.
Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Gelände des früheren Hotels „Zum Schwarzen Adler“ in Pirna haben erste Erkenntnisse zutage gefördert. So habe man unter der Bodenplatte des abgerissenen Hotels Mauerreste aus Natursteinen und flächiges Kieselsteinpflaster freigelegt, hieß es. Die Sandsteine der Mauern seien zum Teil rötlich verfärbt - ein Hinweis darauf, dass sie hohen Temperaturen wie bei einem Brand ausgesetzt gewesen seien.
„In historischen Quellen ist mehrfach überliefert, dass die Breite Straße durch Feuer zerstört wurde: Im Jahr 1488 ist die Straße komplett abgebrannt und im Dreißigjährigen Krieg ließ der Pirnaer Stadtkommandant die Dohnaische Vorstadt gänzlich abbrennen, um im April 1639 freies Schussfeld auf die anrückenden schwedischen Truppen zu haben“, gab das Landesamt für Archäologie eine mögliche Erklärung.
Auf Ausgrabungsgelände soll neuer Hotelkomplex entstehen
Auf dem Gelände soll ein neuer Hotelkomplex entstehen. Das ruinöse Vorgängergebäude wurde bis auf eine historische Außenmauer abgerissen. Zwischen Abriss und Neubebauung untersucht das Landesamt für Archäologie Sachsen die etwa 3.000 Quadratmeter große Fläche. Seit Mitte Mai ist ein kleines Team mit Wissenschaftlern, Technikern, Grabungsmitarbeitern und Freiwilligen vor Ort.
Das Baugrundstück liege in einem archäologisch relevanten Bereich, hieß es. Hier sei eine Ansiedlung bereits für das 14. Jahrhundert schriftlich bezeugt. Besonders in unmittelbarer Umgebung der Stadttore seien Vorstädte entstanden, die zumeist den Namen der Stadttore getragen hätten.