Sechs Menschen getötet: Haftbefehl gegen Verdächtigen von Stade in der Türkei
Der Tod von sechs Menschen in Stade in einer Mutter-Kind-Einrichtung - mutmaßlich durch einen Vater - sorgte für bundesweite Erschütterung. Jetzt ist mehr über den Verdächtigen bekannt.
Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade bei Hamburg gibt es weitere Details zum mutmaßlichen Täter. Gegen den zum Tatzeitpunkt 45-Jährigen liegt demnach ein offener Haftbefehl aus der Türkei vor, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Zuvor hatte der NDR berichtet.
Dass der Haftbefehl weiter ausgeschrieben sei, deute darauf hin, dass der Verdächtige dafür bisher keine Haftstrafe in der Türkei abgesessen habe. Nach der Tat in Stade hatte es Medienberichte darüber gegeben, dass der Verdächtige in der Türkei bereits in Haft gesessen habe. Der Grund für den jetzt bekanntgewordenen türkischen Haftbefehl ist unterdessen noch nicht bekannt und werde noch geklärt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.
Die Ermittlungsbehörde teilte zudem mit, dass der mutmaßlichen Täter keinen deutschen Aufenthaltstitel habe. Es war bereits bekannt, dass der Verdächtige in Deutschland geboren ist, aber die türkische Staatsangehörigkeit hat.
Sechs Menschen in Jugendhilfeeinrichtung getötet
Ende Juni hatte der Mann in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade sechs Menschen getötet, darunter jeweils drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes Hannover und der Einrichtung in Stade. Hintergrund ist nach bisherigen Erkenntnissen ein Sorgerechtsstreit um die zur Tatzeit drei Monate alte Tochter des Verdächtigen. Der Verdächtige wurde nach der Tat festgenommen und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen Mordes ermittelt.
Im Fokus der Ermittler sind auch die Mutter des Kindes sowie eine weitere Frau, die den Fluchtwagen gefahren haben soll. Inwieweit sie aber tatsächlich an der Tat beteiligt waren, ist weiter offen, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte.