Pannenserie: Land will neue Schleifähre bauen
Nach zahlreichen Ausfällen der elektrischen „Missunde III“ soll die bewährte „Missunde II“ zunächst wieder zwischen Brodersby und Kosel fahren. Das Land plant zudem eine neue Fähre.
Nach einer nicht endenden Pannenserie der elektrischen Schleifähre „Missunde III“ plant Schleswig-Holstein mit einer neuen Schleifähre. „Wir brauchen keine Fähre, die auf dem Papier alles kann, sondern eine, die jeden Tag zuverlässig fährt“, betonte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU). „Genau daran arbeiten wir jetzt.“
Zudem soll der Vorgänger der derzeit ausfallenden Fähre wieder in Betrieb genommen werden. Die „Missunde II“ kommt daher dem Verkehrsministerium zufolge in die Werft und soll nach Ende der Sommersaison wieder zwischen Brodersby und Kosel fahren. „Eine Fähre muss vor allem eines: verlässlich fahren“, erklärte Madsen. „Die „Missunde III“ hat das trotz aller Reparaturen und Nachbesserungen bisher nicht geschafft.“ Daher solle nun ihr Vorgänger technisch überholt werden. „Außerdem starten wir mit der Planung einer möglichen neuen Fähre.“
Die derzeit ausfallende „Missunde III“ soll zudem bereits am Wochenende zunächst wieder fahren. Die Sicherheit der Menschen stehe dabei an oberster Stelle. „Dafür tragen wir die Verantwortung und deshalb wird die Fähre erst wieder fahren, wenn das gewährleistet ist“, betonte der Minister. Die Menschen in der Region hätten lange genug mit Ausfällen, Unsicherheiten und weiten Umwegen leben müssen. Die „Missunde III“ war Ende Juli wegen erneuter Probleme beim Anlegen außer Betrieb genommen worden.
Kämpfer sieht keine Chance für „Missunde III“
Bereits seit ihrer Inbetriebnahme Ende April war die elektrische Fähre mehrfach ausgefallen. Die Schleiquerung wird laut dem Verkehrsministerium neben zahlreichen Fußgänger von rund 120.000 Fahrzeugen und 50.000 Fahrrädern jährlich genutzt.
Auch der SPD-Landesvorsitzende Ulf Kämpfer hatte bereits eine Reaktivierung der „Missunde II“ gefordert. „Nur so kann kurzfristig wieder Verlässlichkeit und Vertrauen in die Fährverbindung entstehen“, erklärte er. Denn selbst bei einer Reparatur der derzeit ausfallenden „Missunde III“ könne nicht von einem dauerhaft verlässlichen Betrieb ausgegangen werden.