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Wichtige Pendlerstrecke: Neuer Bahnhof nahe Tesla startet verspätet - Kritik an Bahn

Stern 

Holpriger Start: Der neue Bahnhof Fangschleuse nahe dem Tesla-Werk geht mit Stunden Verspätung in Betrieb. Die Verzögerung für die RE1-Züge sorgt für Ärger.

Der neue Bahnhof Fangschleuse nahe dem Tesla-Werk in Grünheide (Landkreis Oder-Spree) südöstlich von Berlin ist mit Verzögerung in Betrieb gegangen. Die ersten Züge der Regionalexpresslinie RE1 steuerten die Station am Samstagabend an. 

Ursprünglich sollte der Bahnhof Fangschleuse an einer wichtigen Pendler-Strecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) am frühen Samstagmorgen öffnen. Am Vorabend teilte die Deutsche Bahn-Tochter DB InfraGO dann aber kurzfristig mit, dass der Zugverkehr erst verspätet aufgenommen werden kann. 

Bahn: Verzögerung bei technischer Überprüfung 

„Bei der Abnahmeprüfung der Leit- und Sicherungstechnik kam es Verzögerungen“, so die Deutsche Bahn auf Anfrage am Samstagvormittag. Die Leit- und Sicherungstechnik umfasst laut Bahn alle technischen Systeme, die den Zugverkehr steuern und absichern. Das Unternehmen bedauerte die Verzögerung für die Fahrgäste und die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft Odeg nach eigenen Angaben ausdrücklich.

Minister: Bahn lässt Fahrgäste im Regen stehen

Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) kritisierte, die Bahn-Tochter habe sehr kurzfristig über die Verzögerung bei der Strecken-Freigabe informiert. „Dass ein bundeseigenes Unternehmen bei einer seit Wochen bekannten Bauplanung erst am Vorabend des geplanten Endes reagiert und die Fahrgäste im Regen stehen lässt, ist inakzeptabel.“ 

Zugausfälle auf Anzeigetafeln

Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft betreibt die Regionalexpresslinie RE1 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). Das Unternehmen teilte auf seiner Internetseite am Freitagabend mit: „Achtung auf der Linie RE1: DB InfraGO verlängert die Baumaßnahme zwischen Erkner und Frankfurt (Oder) um voraussichtlich 24 Stunden bis zum 15.08.2026, ca. 21:00 Uhr.“ Die InfraGo habe der Odeg am Freitagabend um 19.15 Uhr mitgeteilt, dass sich die Streckensperrung zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) verlängere. 

Auf Anzeigetafeln am Bahnhof Fangschleuse leuchteten die Zugausfälle auf. Der erste RE1 sollte dort vor 5.00 Uhr am Morgen halten. Dann mussten vorerst wieder Ersatzbusse rollen.

Wichtige Verkehrsachse

Der Bahnhof Fangschleuse östlich von Berlin gehört zu einer wichtigen Verkehrsachse in Richtung Osten. Der RE1 ist eine Pendler-Strecke unter anderem für die Mitarbeiter des einzigen europäischen E-Autowerks von Tesla in Grünheide. Die Bahn rechnet mit insgesamt 16.000 Reisenden täglich. Der neu gebaute Bahnhof, der näher am Tesla-Werk liegt als die bisherige Verkehrsstation, soll unter anderem den Einsatz längerer Züge ermöglichen. 

Die geschlossene alte Bahnhofs-Station Fangschleuse war in der Vergangenheit laut Bahn zu Hauptverkehrszeiten stark belastet. Zunächst soll der RE1 einmal pro Stunde halten. Ab dem 25. August soll Fangschleuse dann zweimal pro Stunde bedient werden, wie es hieß.

„Es ist natürlich noch eine Baustelle“, hatte Verkehrsminister Crumbach einige Tage vor der Öffnung des Bahnhofs im Rbb-Inforadio gesagt. „Es wird ein paar Schwierigkeiten geben.“ 

Noch Arbeiten für Güterverkehr auf der Schiene

Zudem soll die neue Landesstraße L386, die den Bahnhof mit der Autobahnauffahrt Freienbrink-Nord verbinden soll, voraussichtlich 2027 fertig werden. Provisorische Routen werden bis dahin genutzt. 

Zu dem Bahnhof führt ein bereits vor kurzem fertiggestellter Geh- und Radweg zwischen dem Bahnhof Fangschleuse und der Gemeinde Grünheide. Die neue Verbindung verbessere „die Erreichbarkeit des neuen Bahnhofs für den Berufs- und Schulverkehr“, hieß es vom Verkehrsministerium.

Ganz fertig ist der neue Bahnhof nicht: Die Bauarbeiten für den Güterverkehr gehen weiter, um mehr Lkw-Fahrten auf die Schiene zu verlagern. In der Nähe liegt das Gewerbegebiet Freienbrink, in dem auch die Tesla-Fabrik liegt. 

3.500 neue Arbeitsplätze bei Tesla geplant

Das Unternehmen von Elon Musk, in dem zuletzt um die 11.000 Menschen arbeiteten, will seine Produktion in Grünheide hochfahren. Inklusive der Pläne zur Batteriezellfertigung sollen 3.500 Arbeitsplätze neu entstehen, wie Tesla angekündigt hatte. Ab Oktober soll damit begonnen werden, das Produktionsvolumen um ein weiteres Fünftel auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche zu steigern.

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