Grünpflege: Kleiner Garten, große Klasse? Fünf Akku-Rasenmäher auf dem Prüfstand
Akku-Rasenmäher sind genial. Kabellos und leise trimmen sie die Wiese. Doch welcher schneidet in kleinen Gärten am besten ab? Der stern-Akku-Rasenmäher-Test.
Rasenmähen ist keine Raketenwissenschaft. Und doch gibt es unter zehn Schrebergärtnerinnen und Schrebergärtnern elf Meinungen dazu, wann, wie oft und auf welche Schnitthöhe die Wiese vor und rund um die Laube oder das Rasenstück hinter dem Haus getrimmt werden sollte. Den Autor dieses Tests trieb auf der Suche nach einem Rasenmäher aber eher die Frage um, ob solche mit Akku überhaupt ausreichend Power unter dem Deckel haben, um den gut 100 m² großen, eher unrühmlich gepflegten und mit diversen Wildkräutern besiedelten Rasen seiner Gartenparzelle in einem Rutsch zu stutzen. Spoiler: Haben sie. Wessen Messer die Halme am gleichmäßigsten kürzt, welches Modell sich am elegantesten durch die Winkel des Gartens manövrieren lässt und wer im Schuppen den wenigsten Platz wegnimmt, zeigt der stern Akku-Rasenmäher-Test.
Diese Akku-Rasenmäher haben wir getestet
- Makita DLM330RMzum Shop
- Gardena PowerMax 32/18Vzum Shop
- Bosch Rotak 18V-32zum Shop
- Einhell GE-CM 18/32zum Shop
- Ryobi OLM1833Bzum Shop
Diese Modelle sind auch einen Blick wert
Folgende Akku-Rasenmäher haben wir nicht getestet: Während unserer Recherche kamen uns diese Modelle aber immer wieder unter, sodass wir sie ebenfalls in diesen Test integriert und ihre Spezifikationen in der Vergleichstabelle Akku-Rasenmäher zusammengetragen haben.
- Worx WG733Ezum Shop
- Stiga Collector 136ezum Shop
- AL-KO 3.22 Li Easyzum Shop
- Black+Decker BCMW3318Nzum Shop
- Scheppach BC-MP320-Xzum Shop
Testergebnis: Dieses Modell stellt jeden Grashalm in den Schatten
Aus fünf zuverlässigen und empfehlenswerten Akku-Rasenmähern stach ein Modell in diesem Test besonders heraus. Der Makita DLM330RM erfüllte unsere Erwartungen an die Premiummarke. Der japanische Werkzeugspezialist setzt auch mit einem seiner günstigen Akku-Rasenmäher Maßstäbe. Absolut einwandfrei verarbeitet, ein Akku mit viel Ausdauer und ein Motor, der ohne zu zucken auch feuchtes Gras souverän kürzt. Dazu lässt sich das Gerät beinahe auf Gehäusegröße zusammenfalten und passt damit auch in kleine Schuppen.
Beim Preis-Leistungs-Tipp kamen wir am Einhell GE-CM 18/32 nicht vorbei. Für das schmale Investment von unter 100 Euro mussten wir zwar Abstriche bei der Verarbeitung und dem Klappmaß machen, dafür lieferte der Akku-Rasenmäher aus der Oberpfalz auf der Wiese solide ab. Auch die Akkuleistung konnte sich sehen lassen.
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.
Vergleichstabelle Akku-Rasenmäher
** Dieses Gerät wurde uns vom Hersteller kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt
So haben wir die Produkte ausgewählt
Akku-Rasenmäher ist nicht gleich Akku-Rasenmäher. Die Produktpalette ist so vielfältig wie die Gräser und Kräuter, die in den Gärten sprießen, die die Akku-Rasenmäher pflegen sollen. Wir haben uns bei der Auswahl der fünf Testprodukte aus praktischen Gründen auf folgende Kriterien fokussiert:
- Hersteller: In die engere Auswahl kamen zunächst renommierte Marken, die für solide Verarbeitung sowie zuverlässige Technik bekannt sind. Berücksichtigt wurden zudem die Expertise beim Thema Haus und Garten sowie die Erfahrung mit Elektrogeräten im Allgemeinen.
- Verfügbarkeit: Alle getesteten Akku-Rasenmäher sind regulär im Handel erhältlich – sowohl online als auch im Fachhandel (zum Beispiel in Baumärkten) – und damit für die meisten Nutzer problemlos zugänglich.
- Technik: Getestet wurden ausschließlich akkubetriebene Rasenmäher mit einer Systemspannung von 18 Volt und einer maximalen Schnittbreite von 33 Zentimetern. Zudem bestückten wir die Testgeräte einheitlich mit einem 4-Ah-Akku.
- Einsatzbereich: Um die Ergebnisse gut miteinander vergleichen zu können, haben wir uns für Akku-Rasenmäher entschieden, die laut Hersteller für kleine bis mittelgroße Rasenflächen zwischen 150 m² und 250 m² konzipiert wurden.
- Zielgruppe: Etwas weniger als eine Million Schrebergärten mit einer Fläche von rund 44.000 Hektar (ca. 60.000 Fußballfelder) vermeldet der Bundesverband der Deutschen Kleingartenvereine (BDK) auf seiner Website. Mit den von uns gewählten Mähermodellen sind viele Pächter gut bedient. Warum das so ist, soll der Test belegen.
So haben wir die Akku-Rasenmäher getestet
Wie gewohnt ging es zunächst darum, sich einen Überblick zu verschaffen. Nach dem Unboxing und dem Prüfen auf Vollständigkeit widmeten wir uns der Montage. Hierbei war uns wichtig, dass diese unkompliziert, ohne zusätzliches Werkzeug und in wenigen Minuten möglich ist. Im zweiten Schritt legten wir Hand ans Gerät. Nach dem vollständigen Aufladen setzten wir den Akku ein und beurteilten Logik und Sicherheit beim Einschalten des Akku-Rasenmähers und den Komfort beim Verstellen der Schnitthöhe.
Für den Praxistest standen uns zwei kleine Schrebergärten mit Spielrasen zur Verfügung. Daher konzentrierten wir uns hier vor allem auf das Schnittbild, das Fangverhalten, das Handling in Randbereichen und den allgemeinen Akku-Eindruck. So kam jeder Akku-Rasenmäher auf einem Abschnitt mit etwa gleich hohem Standardrasen sowie in Zaunnähe oder an einer Terrassen- oder Beetkante zum Einsatz.
Hinweis: Der etwas holprige Testrasen war flächenweise mit dichter Schafgarbe bedeckt. Dazu mischten sich Ferkelkraut und Spitzwegerich zwischen die Grashalme. Zudem war die Fläche mangels Niederschlag stellenweise extrem trocken und verbrannt.
Wie ergonomisch und bedienerfreundlich die Akku-Rasenmäher sind, wollten wir im dritten Teil des Tests wissen. Hier standen für uns die Verstellbarkeit des Griffes, das Entnehmen, Entleeren und Einsetzen des Fangkorbs sowie das Klappmaß für eine möglichst platzsparende Lagerung im Fokus.
Verzichtet haben wir aufs Vollentladen des Akkus und darauf, die absolute Flächenleistung zu ermitteln. Beide Werte lassen sich anhand der Testergebnisse aber zumindest grob abschätzen. Dafür notierten wir für jedes Testgerät die grobe Mähdauer und den Akkustand nach der Mahd.
1. Unser Testsieger: Makita DLM330RM
Im japanischen Nagoya liegen die Wurzeln der Marke Makita. Seit Ende der 1950er Jahre werden auf Honshū hochwertige Elektrowerkzeuge im ikonischen Türkisgrün entwickelt, gebaut und in der ganzen Welt verkauft. Makita hat einen exzellenten Ruf – nicht nur unter Profi-Handwerkern. Kann der Akku-Rasenmäher DLM330RM die hohen Erwartungen erfüllen?
Aufbau und Verarbeitung: Schon beim Aufbau hebt sich der Makita-Mäher von den vier Testkandidaten ab. Der Fangkorb ist direkt einsatzbereit, beim unteren Holm fällt die Fummelei mit den einzelnen Streben weg. Finden wir gut. Stattdessen setzt Makita auf eine Art Schnellspanner, mit dem der u-förmige Holm am Gehäuse fixiert wird. Schiebeholm mit Drehmuttern festziehen. Fertig. Keine zehn Minuten verbringen wir mit Auspacken und Aufbauen.
Ins Schwärmen bringt uns die Mechanik für das Verstellen der Schnitthöhe. Butterweich lässt sich der Schaltknauf bedienen und rastet zuverlässig in einer der acht Stufen ein. Das Akkufach öffnet sich per Knopfdruck. An der Verarbeitung des DLM330RM gibt es nichts zu kritisieren. Zum Lieferumfang gehört ein hauseigener 4-Ah-Akku, der dank Schnellladegerät zügig einsatzbereit ist.
Bedienung, Handling und Wendigkeit: Ist der Akku startklar, der Sicherheitsschlüssel korrekt eingesetzt und die gewünschte Schnitthöhe eingestellt, kann es losgehen. Statt der beidseitigen Sicherheitsbügel am Griff kommt Makita mit einem roten Bügel aus, der mit zwei Fingern bedient werden kann und den bürstenlosen Antrieb startet. Wie in der EU vorgeschrieben, aber nicht, bevor der Knopf am rechten Holm betätigt wird. Der Rest geht perfekt von der Hand. Wenden auf den Hinterrädern und enge Kurven meistert er lässig – auch mit nur einer Hand am Griff. Den aktuellen Akkustand zeigt das Gerät zwar nicht an, dafür weist eine gut sichtbare LED am Chassis darauf hin, wenn der Akkustand niedrig ist. Ist das Gerät überhitzt, leuchtet die LED dauerhaft rot.
Der nur an zwei Metallhaken eingehängte Fangkorb sitzt stabil am Heck des Akku-Rasenmähers. Da klappert oder wackelt nichts. Auch das Abstellen auf der hohen Kante ist möglich, wenn der Fangkorb mit ausreichend Grasschnitt gefüllt ist.
Mähbild und Kantenarbeit: Wie ein Kätzchen schnurrt der DLM330RM auf Stufe 4 über den holprigen, durchwachsenen Rasen und lässt kaum einen Halm stehen. Abgeklärt trimmt der Makita-Akku-Mäher während der 15-minütigen Testfahrt auch etwas höheres, feuchtes Gras unter dem Kirschbaum. Einige trockene Grasschnipsel schaffen den Weg über die Füllstandsklappe nach draußen. Die robuste, seitliche Führung tut, was sie soll. An höheren Kanten hält sie den Mäher sauber in der Spur, sodass wir auch hier keine Punkte abziehen können, weil kaum Nacharbeit, etwa mit einem Rasentrimmer, notwendig ist.
Akku-Praxis und Verstauen: Den überragenden Gesamteindruck komplettieren der ausdauernde Akku und die abermals clevere Lösung, den Makita DLM330RM in ein praktisches Format zu bringen, wenn er mal nicht im Einsatz ist. Vier von fünf Lämpchen zeigt der Akku nach der Testfahrt. Da war also noch jede Menge Energie im Tank. Um das Gerät reif für den Schuppen zu machen, braucht es nur wenige Handgriffe. Muttern am Schiebeholm lösen, die Pseudo-Schnellspanner unten öffnen, aufs Gehäuse umklappen und wieder schließen. Der entleerte Fangkorb passt perfekt obendrauf. Schön: Der Makita-Mäher kann zusammengeklappt auch hochkant gelagert werden.
➕ Vorteile:
- Hochwertige Verarbeitung
- Kleines Klappmaß
- 8 einstellbare Schnitthöhen
- Ausdauernder Akku
➖ Nachteile:
- Verhältnismäßig hoher Preis
Noten
- Aufbau, Verarbeitung und Verstauen: 1
- Handling und Wendigkeit: 1
- Mähbild auf Standardrasen: 1,3
- Kantenarbeit: 1,5
- Bedienung und Ergonomie: 1,5
- Fangverhalten und Korbhandling: 1,8
- Akku-Praxis: 1,3
- Gesamtnote: 1,3
2. Design-Tipp: Gardena PowerMax 32/18V
Im umfangreichen Sortiment des Gartengeräte-Spezialisten Gardena darf ein Akku-Rasenmäher nicht fehlen. Die PowerMax-Serie soll es mit Rasenflächen jeder Größe aufnehmen. Wir entschieden uns für den mit einem „Power-for-All“-Akku-Paket von Bosch ausgerüsteten PowerMax 32/18V P4A. Der Allrounder wurde laut Hersteller für Rasenflächen mit bis zu 300 m² optimiert.
Aufbau und Verarbeitung: Wie die anderen Testmäher kommt auch der PowerMax von Gardena als Bausatz aus etwa zehn Einzelteilen. Darunter sind die beiden unteren Holme, ein vierteiliges Fangkorb-Set sowie ein Beutel mit den Muttern zum Festschrauben. Angetrieben wird das Gerät von einem Akku aus dem Hause Bosch, der ebenfalls zum Lieferumfang gehört.
Ein kurzer Blick in die Anleitung genügt, um den PowerMax binnen zehn Minuten in Mähbereitschaft zu bringen. Einzig beim etwas umständlichen Zusammenstecken des Fangkorbs sind Geschick und Geduld gefragt. Der Rest geht locker von der Hand. Die eigene Werkzeugtasche brauchen wir dafür nicht. Der PowerMax ist ein kompaktes und stabiles Gartengerät in der klassischen türkis-orangen Gardena-Optik. Wir finden weder scharfe Kanten noch andere Schwächen am Gehäuse. Alle Schrauben sitzen fest, das Kabel klemmt akkurat am rechten der beiden Holme, auch der Fangkorb hängt sicher.
Bedienung, Handling und Wendigkeit: Der PowerMax ist gut durchdacht. Die etwa elf Kilogramm lassen sich bequem einhändig über den Rasen schieben. Dabei haben wir den Akkustand jederzeit im Blick. Die Anzeige wurde mittig am Griff verbaut. Gut gelöst hat Gardena auch die von der EU vorgeschriebene 2-Hand-Sicherung. Die funktioniert allerdings nur, wenn der Schalter im Akkuschacht von O auf I gedreht wird. Damit das Messer rotiert, müssen der rote Knopf gedrückt und mit der zweiten Hand der Bügel am Griff betätigt werden. Das klappte im Test zuverlässig. Eine clevere Idee hatten die Entwickler auch beim Einstellen der Schnitthöhe. Statt eines Hebels hebt und senkt ein Druckknopf den Unterboden des Mähers. Auch das funktionierte mit einer Hand und ruckelfrei. Minimale Abzüge gibt es beim Akku-Ein- und -Ausbau. Der Arretierbügel ist derart straff eingestellt, dass beides nur mit großem Nachdruck klappte. Einmal in der Spur enttäuscht der PowerMax nicht. Elegant umkurven wir Bäume und Beete, auch am Ende einer Bahn lässt sich der Mäher lässig auf der Stelle um 180 Grad drehen.
Mähbild und Kantenarbeit: Wir jagen den PowerMax auf der mittleren von fünf Schnitthöhen über den sehr heterogenen Testrasen. Das Messer hat damit keine Schwierigkeit, auch der Motor lässt sich vom holprigen Untergrund und dem unruhigen Bewuchs nicht beirren. In etwa 15 Minuten trimmt das Messer einen Teil der Testwiese auf eine Höhe von 45 Millimetern. Dazu muss sich der Mäher an einer Terrassenkante beweisen. Das Mähbild ist aus unserer Sicht absolut stimmig und angesichts des herausfordernden Untergrundes ausgezeichnet. Abgesehen von einigen wenigen Halmen, die der Mäher nicht erwischt hatte, erfüllte das Mähmesser seinen Auftrag bravourös. Die Führung an den Kanten passte ebenfalls.
Akku-Praxis und Verstauen: Ohne zugeschalteten Eco-Modus hat der Akku nach dem Testmähen noch etwa 40 Prozent Power. Als Gegenprobe aktivierten wir testweise den Eco-Modus, der die Drehzahl begrenzt und damit die Mähzeit verlängern soll. Mit diesem Set-up erhöhte sich die Restpower laut Anzeige am Griff auf etwa 60 Prozent. Eine gute Option für gut gepflegten und eher kurzen, trockenen Rasen.
➕ Vorteile:
- Akkustand-Anzeige am Griff
- Eco-Modus für längere Mähdauer
- Attraktive Optik
- Clevere Schnitthöhenverstellung
- Kompatibel mit dem Akkusystem von Bosch
➖ Nachteile:
- Grasschnitt verklebt Füllstandsanzeige
- Akku sitzt sehr fest
- Fangkorb-Aufbau
Noten
- Aufbau, Verarbeitung und Verstauen: 2
- Handling und Wendigkeit: 1,5
- Mähbild auf Standardrasen: 2
- Kantenarbeit: 2
- Bedienung und Ergonomie: 1,5
- Fangverhalten und Korbhandling: 2
- Akku-Praxis: 1,5
- Gesamtnote: 1,8
3. Stabiles Raumwunder: Bosch Rotak 18V-32
Mit seiner beliebten und breit aufgestellten Rotak-Familie mischt auch Bosch auf dem Markt der Anbieter von Akku-Rasenmähern mit. Die dunkelgrünen Powerpakete gibt es in vier Schnittbreiten. Dazu können sie mit unterschiedlich dimensionierten Akkus aus dem eigenen Haus betrieben werden. Im stern Akku-Rasenmäher Test stellte sich der Rotak 18V-32 unseren Aufgaben.
Aufbau und Verarbeitung: Sicher und ohne überflüssige Plastiktüten verpackt, erspähen wir den Rotak 18V-32 im Karton. Wie beim Gardena-Mäher gelingt es uns auch ohne langes Studieren der Bauanleitung, den Rotak binnen Minuten startklar aufzubauen. Zeit sparen wir beim üppigen 35-Liter-Fangkorb, denn der kann direkt eingehängt werden, wenn der Griff sicher sitzt. Dabei sticht eine kleine rote Klappe heraus, die den Füllstand des Korbes anzeigen soll. Der Rotak 18V-32 ist schwerer als alle anderen Testgeräte. Doch wie wir ihn auch drehen und wenden: Das Gerät ist einwandfrei verarbeitet.
Schön: Der mitgelieferte 4-Ah-Akku war beinahe voll aufgeladen, sodass wir die bürstenlose Maschine schon nach kurzer Zeit starten konnten. Das Bosch-Energiebündel parken wir unter dem Gehäusedeckel. Das geht leichter von der Hand als beim PowerMax von Gardena. Eine Akku-Ladestandanzeige am Gerät fehlt hier zwar, dafür hat der mitgelieferte Akku eine Taste nebst Kontroll-LED, die den Status quo anzeigt.
Bedienung, Handling und Wendigkeit: Was beim genauen Inspizieren vor dem Start auffällt: Sämtliche bewegliche Teile mit Funktion hat Bosch in Signal-Rot verbaut. Neben der Füllstandsklappe und den Rädchen fürs Arretieren der Holme sind das der Hebel zum Anpassen der Schnitthöhe, die 2-Hand-Sicherung und eine ungewöhnliche Taste zwischen den beiden Griffen. Dank des geschlossenen Führungsholms fällt der wuchtige Charakter beim Schieben kaum ins Gewicht und der Rotak kann wie alle anderen Testgeräte auch längere Zeit einhändig bedient werden. Griff und 2-Hand-Sicherung unterscheiden sich kaum von der Gardena-Technik. Wer da wohl bei wem abgeschaut hat? Auf einen separaten Ein-Aus-Schalter im Akkufach hat Bosch allerdings verzichtet. Die Startautomatik funktionierte im Test zuverlässig. Etwas schade finden wir, dass die Schnitthöhe in Stufen statt in Zentimetern angegeben wird. Der Hebel zum Verstellen ist okay – Makita und Gardena haben hier aus unserer Sicht aber die smartere Lösung.
Mähbild und Kantenarbeit: Auf dem Rasen spielt der Rotak mit dem PowerMax in einer Liga. Die Führung an Kanten ist nach unserem Eindruck etwas präziser, dafür schlängelt sich das Bosch-Gerät nicht ganz so elegant um Baumscheiben und Beetumrandungen. Der bürstenlose Motor meistert die ruppige Wiese auf Stufe 3 (entspricht 45 Millimetern) aber ohne Murren und bis zum Schluss mit der gleichen Intensität. Auch der Bosch-Mäher war etwa 15 Minuten im Einsatz – das reichte locker, um einige Meter Kante und geschätzte 50 m² Rasen zu stutzen. Und das gelang dem Rotak zuverlässig, wobei wegen des sehr trockenen Rasens immer wieder Grasschnitt durch die geöffnete Füllstandsanzeige nach draußen gepustet wurde. Ganz voll war der Fangkorb nach dem Testmähen nicht. Wegen der ungleichmäßig hohen und von Wildkräutern durchsetzten Wiese haben wir diesen Punkt aber nicht bewertet.
Akku-Praxis und Verstauen: Etwa die Hälfte seiner Power investierte der Rotak während unseres Tests. Von den vier grünen LEDs am Akku meldeten sich bei der Kontrolle noch zwei. Eine Leistung, die sich aus unserer Sicht mit den Angaben des Herstellers deckt. Auf einem gut gepflegten und trockenen Rasen sollte der 4-Ah-Akku von Bosch die Power haben, um mit einer Ladung eine Fläche von 150 m² zu stutzen.
Die volle Punktzahl räumt der Rotak beim Verstauen ab. Über die ominöse rote Taste in der Mitte lässt sich der untere Schiebeholm nach vorn klappen. Das obere Teil legen wir nach dem Lösen der roten Rädchen in die andere Richtung um. Fangkorb on top, fertig ist die kompakte Version für Schuppen oder Garage. Ähnlich platzsparend lässt sich nur noch der Testsieger von Makita zusammenlegen.
➕ Vorteile:
- Bosch Akku-Power
- Stabiles Fahrgefühl
- Clevere Klappfunktion
- Hohes Fangkorb-Volumen
➖ Nachteile:
- vergleichsweise schwer
- etwas weniger wendig
- Schnitthöhe in Stufen statt Zentimeter
Noten
- Aufbau, Verarbeitung und Verstauen: 1,3
- Handling und Wendigkeit: 2,5
- Mähbild auf Standardrasen: 1,5
- Kantenarbeit: 2
- Bedienung und Ergonomie: 1,5
- Fangverhalten und Korbhandling: 1,5
- Akku-Praxis: 1,8
- Gesamtnote: 1,8
4. Preis-Leistungs-Tipp: Einhell GE-CM 18/32
Als langjähriger Schrebergartenbesitzer weiß der Autor dieses Tests, dass man unmöglich jedes Gartengerät besitzen kann. Ein guter Rasenmäher stand allerdings auch bei ihm weit oben auf der Liste. Doch wie viel sollte ein kabelloses Modell für den kleinen Garten kosten? Mit 100 Euro kommt man sicher nicht hin. Oder doch? Der oberpfälzische Elektrogeräte-Hersteller Einhell hat einen Mäher im Sortiment, der etwa die Hälfte vergleichbarer Konkurrenten kostet. Welche Abstriche Sparfüchse bei diesem Gerät machen müssen und wo das Budgetmodell den teuren Premium-Mähern den Rang abläuft, wollten wir herausfinden. Der Einhell GE-CM 18/32 im Test.
Aufbau und Verarbeitung: Auf den ersten Blick stellen wir beim Auspacken der Teile einen offensichtlichen Unterschied zu den anderen Testmähern fest: Der Fangkorb des Einhell kommt in drei Teilen. Warum, bleibt unklar. Jedenfalls brauchen wir etwas Geduld, um die flexible Plastikschale zusammenzustecken. Ansonsten sind die Holme zum Schieben fix mit Muttern montiert und der Mäher startklar. Unserem Testmodell lag ein 4-Ah-Akku bei, den wir vor der Rasen-Action noch voll aufluden. Insgesamt macht der Einhell GE-CM 18/32 optisch eine gute Figur, wenngleich es beim Probeschieben an der einen oder anderen Stelle klappert. Am wenigsten überzeugt uns der klinkenartige Sicherheitsbügel, der seinen Zweck erfüllt. Mehr aber auch nicht. Der Schönheitspreis geht an die Konkurrenz. Gut gelöst wurde dafür die Akkuaufnahme, die durch den transparenten Deckel einen Blick auf den Akkustand erlaubt – allerdings nicht während des Mähens.
Bedienung, Handling und Wendigkeit: Im Vergleich zum deutlich teureren Ryobi-Mäher geht der Punkt fürs Einstellen der Schnitthöhe an Einhell. Mit einer Hand gelingt uns das allerdings auch hier nicht. Immerhin zeigt die Skala die konkreten Zentimeter. Das finden wir gut. Unser Freund, der Sicherheitsbügel, muss ran, damit der Mäher in Gang kommt. Wirklich ergonomisch kommt uns das nicht vor. Das Halten des Bügels im Betrieb ist unbequem und überzeugt uns nicht. Auch beim Griffpolster hat sich Einhell für die günstige Variante entschieden. Enge Kurven und Baumscheiben mit kleinem Radius meistert der GE-CM 18/32 überzeugend, obwohl er vor allem an den Radaufhängungen etwas klapprig daherkommt. Was uns außerdem auffällt: Beim 2-Hand-Einschalten des Mähers lässt sich der Motor auffallend viel Zeit, bevor er das Messer ins Rotieren bringt. Die vier anderen Testmäher kamen etwas schneller aus den Startlöchern.
Mähbild und Kantenarbeit: In der Fläche lief der Einhell-Mäher zu guter Form auf. Auch wenn der Motor im Test in dichterem Gras gelegentlich etwas aus der Balance – nicht ins Stocken – geriet, hinterließ er nach seiner 15-Minuten-Session in mittelhohem, teils leicht feuchtem Gras ein sauberes Mähbild. Lobenswert: Auch kleine Grasschnipsel bleiben wegen der speziell konzipierten Füllstandsklappe im Fangkorb. Auch an den zu mähenden Kanten lieferte das Gerät ab, wenngleich nicht ganz so akkurat wie die kostspieligere Konkurrenz. In einer Viertelstunde schaffte der Einhell grob geschätzt 60–70 m².
Akku-Praxis und Verstauen: Der Einsatz hat den Einhell Körner gekostet. Beim Kontrollieren des Akkustands nach dem Mähen blinkt nur noch eine der drei blauen Kontrollleuchten auf. Wir legen noch etwa drei Minuten Mähzeit drauf – dann verabschiedet sich der Akku. Im Großen und Ganzen kommt man in einem kleinen Garten mit kleiner Rasenfläche wahrscheinlich mit einer Akkuladung hin. Allerdings nur, wenn die Wiese trocken und einigermaßen gleichmäßig gewachsen ist. Übrigens: Einhell bietet mit Power-X-Change ein Akkusystem, das etwa 350 Geräte unterstützt. Wer also schon ein Einhell-Gerät mit entsprechendem Akku besitzt, kommt für rund 100 Euro an einen soliden Akku-Rasenmäher.
Eher pragmatisch ging Einhell dagegen mit dem Klappsystem um. Hier lassen sich nur die beiden oberen Muttern am Schiebeholm lösen. Dieser kann dann nach vorn geklappt werden, was zumindest eine kleine Platzersparnis einbringt.
➕ Vorteile:
- Akkustand am Akku abrufbar
- Günstig in der Anschaffung
- Universell einsetzbarer Akku
- Leicht & wendig
➖ Nachteile:
- etwas klapprig beim Fahren
- Klappmaß nicht optimal
- Kleiner Fangkorb
- Schwacher Sicherheitsbügel
Noten
- Aufbau, Verarbeitung und Verstauen: 2,8
- Handling und Wendigkeit: 2
- Mähbild auf Standardrasen: 2
- Kantenarbeit: 2
- Bedienung und Ergonomie: 2,5
- Fangverhalten und Korbhandling: 2,3
- Akku-Praxis: 2
- Gesamtnote: 2,1
5. Schriller Blickfang mit Pfiff: Ryobi OLM 1833B
Den Schlusspunkt in diesem Akku-Rasenmäher Test setzt ein Gerät, das zunächst vor allem optisch heraussticht. Der Ryobi OLM1833B kommt in grellem Neongrün und ist neben dem Makita-Mäher der einzige, der mit einer Schnittbreite von 33 Zentimetern arbeitet. Entwickelt und gefertigt werden die Ryobi-Mäher in Fernost. Was der OLM1833B auf dem Kasten und unter der Haube hat, haben wir uns angeschaut.
Aufbau und Verarbeitung: Mit einem Stirnrunzeln geht es los, denn die Anleitung ist nicht nur wegen der abenteuerlichen Übersetzung nicht zu gebrauchen. Weil der Aufbau auch hier alles andere als komplex ist, lassen wir uns nicht beirren und montieren die wenigen Teile binnen Minuten. Was direkt auffällt: Die unteren Schiebeholme wackeln trotz festgezogener Muttern in der Gehäuseverankerung. Wirklich hochwertig wirkt das auf den ersten Blick nicht. Ryobi hat ein hauseigenes Akkusystem. Den Akku müssen wir vor dem ersten Start aufladen. Ist er einsatzbereit, landet er im Akkuschacht unter dem transparenten Gehäusedeckel. Aufpassen sollte man auch auf den roten Sicherheitsstecker, der direkt daneben seinen Platz hat. Ist der nicht korrekt eingesetzt, springt der Ryobi gar nicht erst an. Trotz seines robusten Gehäuses wirkt der Mäher auf uns nicht so hochwertig wie die Konkurrenz von Bosch, Makita und Gardena.
Bedienung, Handling und Wendigkeit: Dieser Eindruck setzt sich beim Einrichten und Starten fort. Fürs Einstellen der Schnitthöhe brauchen wir beide Hände. Aus unserer Sicht ist das viel zu umständlich gelöst. Das ist anderen Herstellern besser gelungen. Auch beim Starten des Motors sehen wir Luft nach oben. Die Sicherheitstaste ist zwar groß, aber auch schwergängig. Dazu wurde bei den beiden Bügeln gespart. Etwas verzögert, aber forsch heult der Motor dann auf. Leider pfeift das Gerät in unserem Test fast durchgehend, was auf die Dauer nervt. Solide schlägt sich der Ryobi an Engstellen und beim Wenden an Bahnenden. So bequem wie die anderen Mäher lässt er sich allerdings nicht mit einer Hand bedienen, was vor allem an den billigen Sicherheitsbügeln am Griff liegt.
Auch am Grasfangkorb haben wir nichts zu mäkeln. Der kommt komplett aufgebaut und sitzt auf Anhieb sicher hinter dem Grasauswurf. Schön: Ein praktischer Mulcheinsatz gehört zum Lieferumfang.
Mähbild und Kantenarbeit: Beim Mähbild auf dem ruppigen Rasen schlägt sich der OLM18330B gut. Wir lassen ihn auf Stufe 3 rund 15 Minuten die Wiese stutzen. Das Ergebnis überzeugt. Trotz des Pfeifens läuft der Motor rund, das Messer arbeitet unauffällig und kürzt die überwiegend trockenen Halme gleichmäßig auf einer Höhe. Dazu werfen wir ihm einige Quadratmeter etwas höheres Gras vor. Das meistert der Ryobi mit dem erwähnten Pfeifen, aber erfolgreich. Überzeugend liefert das Gerät auch an den Kanten ab. Wenngleich man wegen der etwas wacklig gelagerten Vorderräder beim Schieben aufmerksam bleiben sollte, um mit der seitlichen Führung sauber an der Kante zu bleiben. Mit 35 Litern schluckt der Fangkorb so viel wie der Rotak von Bosch. Überraschend müssen wir den Korb dennoch schon nach knapp zehn Minuten ausleeren.
Akku-Praxis und Verstauen: Der Ryobi-eigene Akku hält über die gesamte Mähzeit durch. Bei der Kontrolle des Ladezustands leuchten noch zwei der vier grünen LEDs. Schön: Der Akku passt auch in andere Ryobi-Elektrogeräte, die mit dem 18-V-One+-System arbeiten. Eine weniger gute Figur macht der Ryobi beim Zusammenklappen. Löst man die Muttern am oberen Holm, kann zumindest dieser nach vorn umgeklappt werden. Immer passt der Fangkorb noch gut aufs Gehäuse. Mit 84 Zentimetern Länge benötigt das Gerät dennoch den meisten Platz im Schuppen.
➕ Vorteile:
- Gute Wendigkeit an Bahnenden
- Voluminöser Fangkorb
- Fangkorb-Aufhängung simpel, aber sicher
➖ Nachteile:
- Schnitthöheneinstellung unkomfortabel
- Motorpfeifen im Betrieb
- Sicherungsbügel wirken etwas billig
- Vorderräder haben viel Spiel
Noten
- Aufbau, Verarbeitung und Verstauen: 2,3
- Handling und Wendigkeit: 2
- Mähbild auf Standardrasen: 2
- Kantenarbeit: 2
- Bedienung und Ergonomie: 2,5
- Fangverhalten und Korbhandling: 3
- Akku-Praxis: 2,5
- Gesamtnote: 2,2
Akku-Rasenmäher-Test: Die wichtigsten Fragen & Antworten
1. Für welche Rasenfläche eignet sich ein Akku-Rasenmäher?
Akku-Rasenmäher eignen sich besonders für kleine bis mittlere, regelmäßig gepflegte Flächen. Für Gärten bis etwa 100 m² sind kompakte Geräte mit rund 30–35 cm Schnittbreite handlich; zwischen 100 und 250 m² gilt diese Breite ebenfalls noch als passend, sofern nicht sehr viele Hindernisse oder hohes Gras dazukommen. Für größere Flächen sind breitere, leistungsstärkere Modelle und oft ein Zweitakku sinnvoll.
2. Wie lange hält der Akku eines Akku-Rasenmähers?
Eine allgemeingültige Laufzeit gibt es nicht: Sie hängt von Akku-Kapazität, Mäher, Graslänge, Feuchtigkeit, eingestellter Schnitthöhe, Steigung und Fahrweise ab. Als grobe Orientierung werden häufig 30 bis 90 Minuten genannt; wichtiger als die Minutenangabe ist jedoch die realistisch zu mähende Fläche je Akkuladung.
3. Reicht ein 18-Volt-Akku für kleine Gärten aus?
Für kleine, regelmäßig gemähte Rasenflächen reicht ein 18-Volt-System meist aus – insbesondere bei leichten, wendigen Mähern mit 30–35 cm Schnittbreite. Für größere Flächen, dichtes Gras, Steigungen oder breitere Mäher bieten 36-Volt-Systeme beziehungsweise zwei kombinierte 18-Volt-Akkus mehr Leistungsreserve und oft mehr Reichweite.
4. Kann ich den Akku aus anderen Gartengeräten verwenden?
Das funktioniert nur innerhalb desselben Akku-Systems beziehungsweise derselben Herstellerplattform. Ein vorhandener 18-Volt-Akku kann deshalb ein starkes Kaufargument sein, wenn er offiziell mit dem Mäher kompatibel ist; Spannung, Bauform und Freigabe müssen übereinstimmen. Vor dem Kauf sollte man konkret prüfen, ob Akku und Ladegerät enthalten sind – viele Solo-Geräte werden ohne beides verkauft.
5. Was ist wichtiger: Schnittbreite, Akkukapazität oder Fangkorb?
Die Flächengröße und die Gartenstruktur entscheiden: Schnittbreite bestimmt, wie viele Bahnen nötig sind; Akkukapazität beeinflusst die mögliche Reichweite; ein größerer Fangkorb reduziert Leerpausen. Für kleine, verwinkelte Gärten ist ein leichter und wendiger Mäher mit etwa 30–35 cm Schnittbreite oft praktischer als ein breites, schweres Modell mit großem Korb.
6. Kann ein Akku-Rasenmäher mulchen – und wann ist das sinnvoll?
Nur wenn das Modell eine echte Mulchfunktion oder einen passenden Mulchkeil beziehungsweise ein Mulchmesser bietet. Mulchen funktioniert am besten bei trockenem, eher kurzem Rasen: Das fein zerkleinerte Schnittgut bleibt als Nährstoffquelle auf der Fläche. Bei hohem oder feuchtem Gras drohen dagegen Klumpen und ein unsauberes Schnittbild.
7. Darf man mit einem Akku-Rasenmäher bei nassem Rasen oder Regen mähen?
Besser nicht. Nasses Gras belastet Motor und Akku stärker, verschlechtert die Aufnahme im Fangkorb und kann zu Schnittgutklumpen führen. Bei Regen kommt zusätzlich ein Sicherheits- und Feuchtigkeitsthema hinzu: Auch Geräte mit Spritzwasserschutz sind nicht für den Betrieb bei starkem Regen gedacht; maßgeblich sind immer die Vorgaben in der jeweiligen Bedienungsanleitung.
Hinweis: Dieser Text wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und nach den üblichen, strengen redaktionellen Kriterien bearbeitet und geprüft.