Donald Trump: Selbst der Secret Service warnte schon vor Natalie Harp
Wirbel in Washington, D.C.: Trump-Beraterin Natalie Harp sorgt für Kopfschütteln bei der Opposition. Allerdings warnte offenbar auch der Secret Service schon vor der 35-Jährigen. Die vergangenen Tage waren mal wieder alles andere als langweilig im Weißen Haus. Am Sonntag verkündete Donald Trump , dass er Südkorea die Militärhilfe kürzen will. Den Grund dafür nannte der US-Präsident auch: Weil er sich mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un so prächtig verstehe. Und weil er die gemeinsamen Militärübungen zwischen den USA und der demokratischen Republik Südkorea für ein "feindseliges Signal" gegenüber dem totalitären Atomwaffenstaat hält. Natürlich steckt noch mehr dahinter, wie sie in der Analyse unseres USA-Korrespondenten Bastian Brauns lesen können . Für innenpolitischen Wirbel sorgte am Montag dann die Nachricht, dass Trumps enge Beraterin Natalie Harp eine wesentlich größere Rolle im innersten Zirkel des Präsidenten einnimmt, als bisher angenommen. Harp zählte zu den drei Vertrauten, die mit Trump heimlich von Bord der "Air Force One" geschmuggelt worden waren, als dieser auf dem Rückweg vom Nato-Gipfel in der Türkei war. Und sie ist auch sonst stets in Trumps Nähe. Mehr als eine Arbeitsbeziehung? Trumps auffällige Nähe zur 35-jährigen "Natalie" Linke gewinnt US-Vorwahl: "Wir wissen, dass die Attacken kommen werden" Irritation über Trump-Kurs: "Eines der größten Desaster der amerikanischen Geschichte" Harp: "Schleusenwärter" für den Präsidenten Die 35-jährige Harp weicht dem 80-Jährigen offenbar schon seit Jahren nicht mehr von der Seite. Wie US-Medien berichten, soll sie eine regelrechte Obsession für den Republikaner entwickelt haben, ihm regelmäßig Liebesbriefe schreiben und ausgewählte Pressekonvolute vorlegen – vorzugsweise solche, die für Trump positiv ausfallen. Inwieweit dieses Verhältnis über bloße Schmeicheleien und das Filtern von Informationen hinausgeht, das fragen sich derzeit viele Beobachter in Washington , D.C.. Laut des Secret Service, der Leibgarde des amerikanischen Präsidenten, soll es jedoch auch handfeste Sicherheitsbedenken gegen die Dauerpräsenz der "Sonderassistentin", wie ihr offizieller Titel lautet, gegeben haben. Wie Investigativjournalisten der "New York Times" nun in einem Buch enthüllen, soll der Secret Service schon im Jahr 2024 davor gewarnt haben, dass Harp mit ihrem Auftreten eine Gefahr für sich selbst und den Präsidenten sein könne. Nun kommt heraus, dass Harp wohl eine ganze Weile ohne die sogenannte Clearance im Weißen Haus arbeitete. Dabei handelt es sich um eine strenge Hintergrundprüfung, die alle Personen durchlaufen müssen, die auch nur in die Nähe des Präsidenten kommen wollen. Die Prüfung ist langwierig und muss in der Regel vor dem Beginn der Amtszeit eines Präsidenten absolviert werden. Offenbar auch Zugang zu den präsidialen Gemächern Wie der Sender MS Now am Mittwoch berichtet, soll Harp allerdings ein ganzes Jahr ohne die Sicherheitsprüfung im West Wing, dem Präsidentenflügel des Weißen Hauses, ein- und ausgegangen sein, ohne die dafür notwendige Berechtigung zu besitzen. Demnach soll sie die Aufforderung zum Check mehrfach abgelehnt haben. Erst als Trump selbst intervenierte, habe Harp schließlich die umfangreichen Fragen zu ihrer Person und ihren persönlichen Hintergründen beantwortet, woraufhin das FBI mit der Überprüfung ihrer Angaben beginnen konnte. Unter Berufung auf mehrere Quellen aus dem Weißen Haus berichtet der Sender, dass Harp auch Zugang zu jenem Teil des Weißen Hauses haben soll, in dem der Präsident wohnt. Darüber hinaus erhalte sie sogar mehr Informationen als die meisten anderen hochrangigen Mitarbeiter im Stab Trumps. Sie fungiere quasi als "Gatekeeper", also als Schleusenwärter des Präsidenten. "Es ist bekannt, dass sie dem Präsidenten Unmengen an Ausdrucken übergibt, darunter wohlwollende Medienberichte, positive Umfragewerte aus fragwürdigen Quellen und Nachrichten von Trumps Vertrauten – und solchen, die es werden wollen", schreibt MS Now. Alles, um sich die ständige Aufmerksamkeit des Oberbefehlshabers zu sichern. Offenbar soll es bereits subtile Versuche von Angestellten des Weißen Hauses gegeben haben, Harps Zugang zum Präsidenten zu beschränken. Allerdings ohne Erfolg. Sie hält sich nach wie vor stets an der Seite Trumps auf, geht mit ihm auf Reisen und ist auch dabei, wenn er seine Anwesen in Florida und New Jersey besucht. Harp: Quasi messianische Verehrung für Trump Die 35-Jährige trat erstmals beim Parteitag der Republikaner im Jahr 2020 in Erscheinung. Dort hielt sie eine flammende Rede auf den Präsidenten und gab an, dieser habe mit seiner Politik ihr Leben gerettet. "Er ist mein barmherziger Samariter", rief sie dem Publikum zu. Zuvor hatte sie schon bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump bei der mächtigen, christlich-konservativen Nichtregierungsorganisation "Faith&Freedom" über die herausragende Bedeutung des Politikers für ihr Leben gesprochen. In einem ihrer an Trump adressierten Briefe soll sie ihn als "Hüter und Beschützer in diesem Leben" bezeichnet und ihm geschrieben haben: "Du bist alles, was für mich zählt." Laut Harps Bruder pflege seine Schwester eine "ungesunde Leidenschaft" für den Präsidenten. Gegenüber CNN sagte Preston Harp, die zwanghafte Verehrung habe sich schon während ihrer Kindheit entwickelt. Er glaube jedoch nicht, dass diese sexueller Natur sei. Auch habe sie ähnliche Gefühle bereits für andere mächtige Männer entwickelt. So soll sie auch Präsident George W. Bush ehrfürchtige Briefe geschrieben haben. Jedoch ohne eine Antwort zu erhalten. Sie kletterte in den Kofferraum von Trumps Wagen Natalie Harp begründet ihre Verehrung für Trump unter anderem damit, dass ihr dieser mit seinem 2018 verabschiedeten "Right to Try"-Gesetz ermöglicht habe, den Kampf gegen den Knochenkrebs zu gewinnen. Das Gesetz erlaubt es schwer kranken Patienten in den USA, neuartige Behandlungen mit noch in der Zulassung befindlichen Wirkstoffen zu bekommen. Ein Artikel der "Washington Post" ließ jedoch Zweifel an dieser Behauptung aufkommen. Demnach wiesen Krebsexperten darauf hin, dass die Art und der Zeitplan der Behandlung, wie Harp sie schildert, schwerlich etwas mit der Politik des Präsidenten zu tun haben könne. Einen direkten Einfluss von Trumps Gesetz auf ihre Genesung sei demnach "sehr unwahrscheinlich". Eric Trump: "Was für ein Unsinn" Was genau Harp für ihren Job als "Assistentin mit besonderen Aufgaben" qualifiziert, ist nicht bekannt. Sie arbeitete eine Zeit lang als Moderatorin beim rechtsextremen Kabelsender One America News. 2023 tauchte sie dann endgültig im Dunstkreis Trumps auf, als dieser sich vor einem New Yorker Gericht unter anderem wegen Betrugsvorwürfen verantworten musste. Damals soll es zu einer regelrechten Szene gekommen sein, als die Wageneskorte, die Trump vom Trump Tower zum Gerichtsgebäude brachte, ohne Harp abgefahren sei. Nachdem enge Mitarbeiter ihr einen Platz im Wagen verweigert hatten, soll sie um sich geschrieen und darauf verwiesen haben, dass Trump sie unbedingt dabeihaben wolle. Schließlich lief sie der Eskorte hinter und kletterte kurzerhand in den Kofferraum eines der schweren Geländewagen, wie ein Bild dokumentiert, das CNN vorliegt. Preston Harp, der sich laut eigener Aussage von seiner Schwester entfremdet hat, verwies darauf, dass Trump sich nur mit Jasagern und Fans umgebe. Demnach sei seine Schwester wohl "der größte Trump-Fan überhaupt". Er richtete bei CNN einen Appell an Natalie: "Ich hoffe, du wachst endlich auf." Zur Seite sprang Harp dagegen Trumps Sohn Eric. "Was für ein absoluter Unsinn", schrieb der 42-Jährige auf X. "Natalie ist eine unglaubliche junge Frau – eine Krebsüberlebende, ein wirklich guter Mensch und wohl eine der fleißigsten Personen im Weißen Haus." Er betonte, die 35-Jährige leiste "einen herausragenden Dienst an unserem Land". Daher trage sie wohl die Gene der Trump-Familie in sich. Für den Sender CNN hatte er hingegen nur Spott übrig. "CNN ist nichts weiter als ein Witz".