IT-Sicherheit: Berliner Senatskanzlei: Kein Kommentar zu den Erpressern
Das Land Berlin wird nach einem umfangreichen Hackerangriff erpresst. Was fordern die Täter - und womit drohen sie?
Vor zwei Wochen wurde der Hackerangriff auf das Datennetz der Berliner Verwaltung bekannt - zu den Forderungen der Erpresser macht die Landesregierung aber weiterhin keine Angaben. Das gilt auch für die Frage, an welche Daten die Täter gelangt sind und wer genau hinter der Cyberattacke steht. „Aus ermittlungstaktischen Gründen äußern wir uns dazu zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, sagte eine Senatssprecherin am Vormittag auf dpa-Anfrage. Die Ermittlungen zu dem Cyberangriff dauerten weiter an.
Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ haben die Erpresser mit der Veröffentlichung von Daten gedroht, falls sich das Land Berlin nicht auf ihre Zahlungsforderung einlasse. Für den Hackerangriff, der am 14. August bekannt wurde, sei die bereits seit mehreren Jahren aktive Gruppierung Rhysida verantwortlich, die für Erpressungsversuche eine entsprechende Schadsoftware einsetzt.
Erpresser sind an sensible Daten gekommen
Die Erpresser verlangten 30 Bitcoin und drohten damit, andernfalls Daten zu veröffentlichen, die sie bei der Cyberattacke abgefischt hätten, berichtete der „Spiegel“ unter Berufung auf Informationen der Gruppierung im Darknet. Demnach sind die Täter an eine große Menge sensibler Daten gelangt, darunter zum Beispiel solchen von Ordnungswidrigkeitsverfahren, aber auch von Passwörtern. Aktuell entsprechen 30 Bitcoin etwa zwei Millionen Euro.
Am Freitag hatten Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) nach einer Sondersitzung des Senats über den Erpressungsversuch informiert, allerdings keine Details genannt. Wegner betonte: „Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen.“
Nach Bekanntwerden des Cyberangriffs wurden die Verkehrs- und die Bauverwaltung, die von der Attacke betroffen waren, vorübergehend vom Landesnetz abgetrennt. Zunächst hieß es, es seien nur öffentlich zugängliche Daten abgeflossen. Am Mittwoch hatte die Senatskanzlei eingeräumt, dass das nicht so ist.