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morgenstern: Timmy beschäftigt die Ermittler – sie haben sich das nicht ausgesucht

Stern 

Ein halbes Jahr nach dem Auftauchen von Buckelwal Timmy gibt es Hunderte Strafanzeigen. Und: Kann die AfD wirklich einfach den MDR loswerden? Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

das haben wir jetzt davon. Weil das Sommerloch-Tier in diesem Jahr schon im Frühjahr auf einer Sandbank bei Wismar strandete, mussten wir uns den echten Sommer über mit Kabinettsumbildungen und dem immer ernster werdenden Klimawandel befassen. Na, schönen Dank!

Wobei es auch nicht ganz richtig wäre, den im April gestrandeten Wal Timmy, der eigentlich ein Weibchen ist, als sanften Eskapismus abzutun. Immerhin hielt das Buckelwalweibchen über Wochen das Land in Atem. Aufwendige Rettungsaktionen wurden gestartet, Verschwörungstheorien gesponnen, sogar qualitativ zweifelhafte KI-Songs erstellt. Warum ich Monate nach dem Tod des Wals wieder damit anfange? Weil Timmy – einige nennen den Wal auch Hope – bis heute die Staatsanwaltschaften beschäftigt.

Der Wal ist tot, es lebe der Wal!

Heute ist es genau ein halbes Jahr her, dass Timmy erstmals im Hafen von Wismar gesichtet wurde. Inzwischen liegen bei der Staatsanwaltschaft Schwerin Hunderte Strafanzeigen und Eingaben vor. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Es geht um Vorwürfe wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, gegen das Bundesnaturschutzgesetz und wegen unterlassener Hilfeleistung.

Die Odyssee von Timmy dauert gewissermaßen über ihren Tod hinaus an. Dabei war sie schon zu Lebzeiten mehrmals gestrandet und wurde schließlich in einem umstrittenen Rettungsversuch ins offene Meer entlassen – wo sie wohl bald starb. Mitte Mai wurde der Kadaver vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Experten, etwa vom Meeresmuseum in Stralsund, hatten früh dazu geraten, den Wal in Ruhe sterben zu lassen. Bis heute erhält das Museum Drohungen und Anfeindungen.

Die Ermittler der Staatsanwaltschaft müssen nun dagegen erst einmal prüfen, ob sich bei den vielen Anzeigen Anhaltspunkte für verfolgbare Straftaten finden. Man könnte den Verdacht bekommen, es gäbe derzeit drängendere Themen, die Ermittlungskapazitäten erfordern. In Schwerin haben die Beamten stattdessen viel Arbeit mit dem vor Monaten verstorbenen Buckelwal. Den Ermittlern ist dabei kein Vorwurf zu machen – sie haben sich das nicht ausgesucht.

Kann die AfD den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einfach so loswerden?

Es ist eine Art Lieblingsforderung der AfD: Endlich den angeblich so woke gewordenen öffentlich-rechtlichen Rundfunk loswerden (vielleicht liegt der Hass auch nur darin begründet, dass manches ARD/ZDF-Format kritisch über die AfD berichtet). Der Spitzenkandidat der rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, sagt, die Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags werde seine „erste Amtshandlung“ als Ministerpräsident.

So leicht ist das aber womöglich gar nicht. Nicht nur, weil verschiedene Verträge und wohl auch das Bundesverfassungsgericht ein Wörtchen mitzureden haben. Die AfD müsste auch rechtzeitig ein neues Angebot bereitstellen. Mein Kollege Lutz Meier hat analysiert, welche Hürden für die AfD bestehen – und welche Hintertüren ihr bleiben.

5-Minuten-Talk: Die bittere Wahrheit hinter den Stromnetz-Attacken

Schon wieder gab es Anschlagsversuche in Deutschland. Doch dieses Mal waren es keine Drohnen, sondern Pyrotechnik, die Umspannwerke treffen sollte. All das innerhalb weniger Wochen – kann das wirklich Zufall sein? Immerhin stehen drei Landtagswahlen an. Wer hat ein Interesse daran, genau jetzt Verunsicherung zu schüren? Und wie können wir uns besser schützen? Das diskutieren die stern-Politikchefs Jan Rosenkranz und Veit Medick im 5-Minuten-Talk.

Weitere Schlagzeilen im Überblick

Das passiert am Donnerstag, dem 3. September

  • Wladimir Putin hält Rede zur wirtschaftlichen Lage Russlands
  • Friedrich Merz besucht im Wahlkampf Sachsen-Anhalt
  • BGH urteilt im Tonträger-Sampling-Streit zwischen Kraftwerk und Musikproduzent Moses Pelham

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Wolfgang und Manuela sind seit 33 Jahren verheiratet und lieben sich mit jedem Tag mehr. Kann das wirklich sein? In einer Welt, die scheinbar nur noch aus Situationships, Hook-Up-Culture und Scheidungsraten auf Rekordniveau besteht? Tatsächlich wünschen sich immer noch viele genau das: 89 Prozent wollen Studien zufolge einen Partner für immer. Aber wie geht das eigentlich, die ewige Liebe? Meine Kollegin Theresa Moosmann hat nachgefragt:

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Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag! 

Kilian Schroeder

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