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IAB-Studie: Pensionswelle verringert Arbeitslosigkeit in Thüringen

Stern 

Immer weniger Thüringer stehen im Berufsleben. Die alternde und schrumpfende Bevölkerung hat auch einen positiven Effekt - geht aus einer Prognose zur Entwicklung des Arbeitsmarkts hervor.

Die Arbeitslosigkeit in Thüringen wird nach einer Prognose im kommenden Jahr sinken - bundesweit wird dagegen ein leichter Anstieg erwartet. Ein Hauptgrund für weniger Arbeitslose im Freistaat ist die demografische Entwicklung - immer mehr Menschen steigen altersbedingt aus dem aktiven Berufsleben aus. Das geht aus einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) hervor. 

Das IAB rechnet im Mittelwert 2027 mit 70.000 Arbeitslosen in Thüringen – etwa 1.300 weniger als 2026, was einem ein Rückgang von 1,8 Prozent entspricht. Bundesweit wird die Arbeitslosigkeit nach der Prognose voraussichtlich um 0,7 Prozent steigen, in Ostdeutschland um rund 0,6 Prozent. Allerdings sinkt in Thüringen auch die Zahl der Arbeitnehmer. 

Weniger Thüringer erwerbstätig 

Für kommendes Jahr gehen die IAB-Forscher im Mittelwert von rund 771.800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Thüringen aus. Das wären 5.600 weniger als in diesem Jahr und damit ein Minus von 0,7 Prozent. Bundesweit werde ein Beschäftigungsrückgang von 0,1 Prozent erwartet. Bei einem pessimistischen Szenario könnte die Beschäftigung in Thüringen um bis zu 2,2 Prozent zurückgehen – das entspräche 17.300 weniger Arbeitnehmern. Im besten Fall würde der Zuwachs 0,8 Prozent beziehungsweise 6.200 neuen Arbeitsplätzen betragen. 

„Die Kombination aus schwieriger Konjunktur und demografischer Entwicklung zeigt sich nun auch in sinkenden Beschäftigtenzahlen in Thüringen“, erklärte Per Kropp vom IAB. Allerdings hätte diese Entwicklung in Thüringen bereits vor Jahren eingesetzt, wenn nicht Beschäftigte mit ausländischem Pass auf den Arbeitsmarkt gekommen wären, so Kropp. 

Der Chef der Regionaldirektion für Arbeit, Markus Behrens, sieht trotz leicht verbesserten Konjunkturaussichten noch keine echte Trendwende auf dem Thüringer Arbeitsmarkt. Die Nachwirkungen der langanhaltenden Wirtschaftsflaute sowie die nachlassende internationale Wettbewerbsfähigkeit setzten vor allem der Industrie, dem Baugewerbe und der Zeitarbeit spürbar zu.

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