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Waldpilze: Korallen, Sterne, Tintenfische : Die werkwürdigsten Wald-Pilze

Stern 

Nicht jeder Pilz hat einen Hut und einen Stil, wie Champignons und Steinpilze. In unseren Wäldern wachsen wundersame Gestalten in den grellsten Farben.

Darauf haben sie nur gewartet: Wenige Tage nach den teils ausgiebigen Regenfälle im Lande schießen die Pilze sprichwörtlich aus dem Boden. Das was die meisten Menschen als Pilze bezeichnen und auch im Wald suchen, sind genau genommen nur deren Fruchtkörper. Darin befinden sich die Sporen der Pilze, die sie verbreiten, um sich fortzupflanzen. Da Sporen für ihre Entwicklung Feuchtigkeit brauchen, warten die Pilze darauf, dass es schön feucht um sie herum wird – sprich regnet. Denn tatsächlich sind Pilze immer im Boden vorhanden, wie sehen sie nur meistens nicht. Als dünne, weißliche Fäden, sogenannte Hyphen durchziehen den Untergrund.

Um ihre Sporen zu verbreiten, setzen Pilze auf ganz unterschiedliche Techniken. Hutpilze lassen sie schlicht aus ihren Röhren oder Lamellen rieseln, etwa Maronenröhrlinge oder Champignons. Andere Arten nutzen Insekten zur Verbreitung. Dazu locken sie diese mit für uns sehr unangenehmen Gerüchen an – nach Aas beispielsweise. Beliebt sind auch mechanische Methoden. Arten wie der Tiegelteuerling oder der Erdstern bewahren ihre Sporen in einer Art Gefäß auf. Treffen Regentropfen darauf, werden diese herausgeschleudert. Eine ganz eigene Art der Fortpflanzung haben die Tintlinge entwickelt. Ihre hohen Hüte lösen sich regelrecht in einer Tinte aus Sporen auf. 

Viele Pilzarten stehen auf der Roten Liste

Pilze sind nach Tieren die Organismengruppe mit den meisten Arten in Deutschland. Etwa 14 000 Pilzarten sind hierzulande bekannt, darunter knapp 6000 Ständerpilze, also solche mit einem "Hut". Viele hundert Arten sind in ihrem Bestand gefährdet und stehen auf der Roten Liste.

Pilzhyphen sind häufig eng verwoben mit den Wurzeln von Bäumen und anderen Pflanzen. Sie helfen ihnen dabei, Nährstoffe aus dem Boden und der Luft aufzunehmen. Zudem zersetzen Pilze als sogenannte Destruenten abgestorbene Bäume und andere organische Substanzen in ihre chemischen Bestandteile. Sie zu erhalten, ist also aus ökologischen Gründen sehr wichtig. Angesichts ihrer großen Vielfalt in Gestalt und Fortpflanzungstechniken sind sie aber auch eine Bereicherung für jeden Naturliebhaber. Machen Sie sich auf die Suche!

Diese Artikel stammt aus dem Stern-Archiv

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